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Der Konflikt im Nahen Osten erhöht Kosten und Risiken für Landwirt*innen weltweit

  • 12.05.26

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten erhöht die Unsicherheit auf den globalen Märkten und belastet Bäuerinnen und Bauern weltweit zusätzlich. Auch Bäuerinnen und Bauern im Fairtrade-System sind betroffen.

Mann steht auf einem Traktor und plügt Feld. Frau begleitet ihn hält Schale in der Hand.
Mann steht auf einem Traktor und plügt Feld. Frau begleitet ihn hält Schale in der Hand.

Die Bäuerinnen und Bauern, die bereits mit dem Klimawandel, Preisschwankungen und immer strengeren regulatorischen Anforderungen zu kämpfen haben, sehen sich durch den Konflikt im Nahen Osten mit steigenden Kosten konfrontiert. Besonders betroffen sind Transport, Düngemittel und Energie. Gleichzeitig verschärfen sich Produktionsrisiken und finanzieller Druck durch die Störungen der Handelsströme und Lieferketten.

Fairtrade beobachtet die Lage aufmerksam und steht in direktem Kontakt mit den Produzentenorganisationen. In den Frischwarensektoren, wie beispielsweise bei Bananen und Blumen, stehen Kooperativen und Plantagen aufgrund steigender Frachtkosten, Engpässen bei Betriebsmitteln und eingeschränktem Zugang zu wichtigen Exportmärkten unter erhöhtem Druck. Infolgedessen können einige einen erheblichen Teil ihrer Produktion nicht verkaufen. Gleichzeitig sind Händler mit schwierigen Preisverhandlungen mit dem Einzelhandel konfrontiert.

In anderen Sektoren zeigen sich die Auswirkungen eher schrittweise. Auch bei Kaffee, Kakao und Zucker steigen die Kosten, doch Auswirkungen werden erst bei den kommenden Ernten erwartet. Bei Baumwolle und Textilien treiben steigende Energie- und Logistikkosten die Preise entlang der gesamten Wertschöpfungskette in die Höhe. Einige Verarbeitungsbetriebe haben Schwierigkeiten, den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Darüber hinaus stehen Fairtrade-zertifizierte Organisationen, die ihre Produkte konventionell anbauen, angesichts steigender Düngemittelpreise vor zusätzlichen Herausforderungen. Von Oktober 2025 bis März 2026 stiegen die Preise für Düngemittel laut Index der Weltbank um etwa 31 Prozent.

Stickstoffdünger führten diesen Anstieg an, angetrieben durch hohe Erdgaskosten und eine rückläufige europäische Produktion. Die Phosphorpreise stiegen aufgrund der stabilen Nachfrage und Exportbeschränkungen langsamer an, während der Preis für Kalium trotz Versorgungsengpässen vergleichsweise stabil blieb und nur leicht anstieg. Mischdünger folgten einem ähnlichen Muster mit anhaltendem Aufwärtsdruck bis ins Jahr 2026, was den allgemeinen Preisanstieg auf dem Markt widerspiegelte.

In Zeiten wie diesen spielt der Ansatz von Fairtrade mit dem Fairtrade-Mindestpreis und dem zusätzlichen finanziellen Aufschlag der Fairtrade-Prämie eine entscheidende Rolle, um den Produzent*innen Stabilität, Transparenz und Schutz zu bieten. So können Risiken und Kosten gleichmäßiger über die gesamte Lieferkette verteilt werden. Gleichzeitig wird der Lebensunterhalt der Produzent*innen besser gesichert.

Die planmäßigen Überprüfungen der Mindestpreise für Kernprodukte wie Kaffee und Bananen werden wie vorgesehen fortgesetzt. Angesichts der derzeitigen Volatilität und Unsicherheit bei der Kostenentwicklung stellen jedoch pauschale oder ad hoc vorgenommene Preisanpassungen des Fairtrade-Mindestpreises keine sinnvolle Maßnahme dar.

Fairtrade begrüßt die Bemühungen der Europäischen Union, die Situation zu deeskalieren und die Stabilität wiederherzustellen. Wir hoffen weiterhin auf eine friedliche und dauerhafte Lösung.