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Fairtrade für eine faire Handelspolitik

Um den Welthandel wirklich zu verändern, müssen Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Beschäftigte weltweit im Mittelpunkt der politischen Entscheidungen stehen. Fairtrade verschafft ihnen durch gezielte Advocacy- und Lobbyarbeit Gehör und beeinflusst die öffentliche Politik in ihrem Sinne. So verankern wir den fairen Handel in der Gesellschaft

Ein Mann hält in einem Saal einen Vortrag über Fairtrade
Ein Mann hält in einem Saal einen Vortrag über Fairtrade

Advocacy- und Lobbyarbeit bei Fairtrade

Fairtrade spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau fairer Lieferketten. Aber eine Zertifizierung allein kann das Machtungleichgewicht des heutigen Marktsystems nicht beseitigen. Deshalb drängt Fairtrade auf einen langfristigen politischen Wandel, hin zu

  • gerechteren und nachhaltigeren Handelspraktiken
  • Produktionssystemen, die sich durch agrarökologische Methoden,
  • nachhaltige Lebensgrundlagen,
  • faire Preise,
  • verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und
  • Klimaresilienz auszeichnen.

Gemeinsam sind wir stärker

  • Mit Produzent*innen und Beschäftigte

  • Mit anderen Organisationen

„Oft werden auf hoher Ebene politische Entscheidungen getroffen, die nie bei den Landwirt*innen ankommen, nie in die Praxis umgesetzt werden. Der beste Weg, den Klimawandel und andere Herausforderungen zu bekämpfen, ist die direkte Einbeziehung der kleinbäuerlichen Betriebe."

Peter Koech, Kapkiyai Cooperative, Kenya

  • 26.000
    26.000 Lobbyist*innen arbeiten daran, die EU-Politik in Brüssel zu beeinflussen, wobei der Großteil von ihnen Unternehmensinteressen vertreten.
Lobby-Arbeit

Fairtrade-Fakten

Es gibt doppelt so viele registrierte kommerzielle Lobbyorganisationen als solche, die sich für die Interessen der Zivilgesellschaft einsetzen.

Gemeinsam Politik gestalten

Fairtrade setzt sich dafür ein, dass Bauern, Bäuerinnen und Arbeiter*innen  politischen Entscheidungen mitgestalten, die sich auf ihre Rechte, ihre Geschäfte und ihren Lebensunterhalt auswirken. Wir rufen politische Entscheidungsträger*innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Bürger*innen auf, sich uns anzuschließen, um sicherzustellen, dass ihre Herausforderungen angegangen werden. Gemeinsam können wir fairen Handel Wirklichkeit werden lassen! 

Fairtrade vernetzt unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen im In- und Ausland. Konsumentinnen und Konsumenten, Produzentinnen und Produzenten, Unternehmen, Handel und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sind Interessengruppen, mit denen Fairtrade im Austausch ist. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Politik, Ministerien, Handels- und Wirtschaftsverbände, NGOs und Umweltvereinigungen sowie UN-Organisationen und lokale Institutionen über Fairtrade zu informieren und in einem Interessennetzwerk zu verbinden.

Die politischen Ziele von Fairtrade

  • Inklusive, partizipative und soziale Richtlinien

  • Politische Reformen zum Schutz der Menschen- und Umweltrechte

  • Beendigung unfairer Handelspraktiken

  • Faire Preise, die die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken

  • Einfacherer Zugang zu Finanzmitteln

  • Ein förderliches Umfeld für den fairen Handel

Fairtrade fordert einen Global Green Deal

Um für alle fair zu sein, muss der europäische „Green Deal“ global gedacht werden und die Wechselwirkung der Verbrauchernachfrage in der EU und der Produktion außerhalb der EU miteinbeziehen. Die derzeitigen politischen Initiativen im Rahmen des Europäischen Green Deal sind für kleinbäuerliche Betriebe schwer umzusetzen und bergen die Gefahr, dass sie in den Erzeugerländern außerhalb der EU umwelt- und sozialschädliche Auswirkungen haben, anstatt Ungleichheit und Armut zu bekämpfen. Fairtrade ist der festen Überzeugung, dass Umweltpolitik nur dann funktionieren kann, wenn sie sich an der Realität der Landwirt*innen, Beschäftigten, kleinen und mittleren Unternehmen und Verbraucher*innen orientiert.

Fairtrade fordert die EU auf, den Europäischen Green Deal in einen Globalen Green Deal umzuwandeln, indem sie:

  • die langfristige Finanzierung für kleinbäuerliche Betriebe fördert.
  • einen gerechten Übergang verfolgt, der es den Kleinbäuerinnen und -bauern ermöglicht, auf die Einhaltung der Vorschriften hinzuarbeiten.
  • die EU-Handelspolitik mit Blick auf kleinbäuerliche Betriebe neu ausrichtet.
  • den fairen Handel in die Handelspolitik einbezieht.
  • das Wirtschaftsmodell der EU umgestaltet.

Wie Fairtrade Deutschland vorgeht:

  • Dialoge in Zivilbevölkerung und Fachkreisen anstoßen

  • Politische Rahmenbedingungen schaffen

Was Fairtrade Deutschland fordert:

  • Menschenrechte müssen eingehalten werden

  • Nachhaltigkeit muss Fairness beinhalten

  • Wahre Kosten müssen eingepreist werden