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Fairtrade-Mindestpreis greift und schafft zusätzliche Absicherung für Kakaobauern in Côte d‘Ivoire

  • 09.09.26

Zum Start der neuen Kakaoernte steht fest, wie das Fairtrade-Mindestpreis-Sicherheitsnetz in Côte d’Ivoire greift: Der von der Regierung festgelegte FOB-Referenzpreis liegt unter dem Fairtrade-Mindestpreis von 3.200 Euro pro Tonne. Fairtrade-Kooperativen erhalten deshalb ein zusätzliches Mindestpreis-Differential. Dieses Sicherheitsnetz trägt dazu bei, Einkommen zu stabilisieren und Produzent*innen mehr Planungssicherheit zu geben.

Hand in einem mit Kakaobohnen befüllten Behälter.
Kinder und Betreuerin der Vorschule der Kooperative EDIFIE DOUKOUYA tanzen Kreistanz.

Für die neue Haupternte in Côte d’Ivoire, die am 1. September 2026 begonnen hat und bis Ende Februar 2027 läuft, beträgt der Fairtrade-Mindestpreis 3.200 Euro pro Tonne auf FOB-Ebene. Der staatlich festgelegte Referenzpreis liegt aktuell bei 2.850,61 Euro pro Tonne. Daraus ergibt sich ein Fairtrade-Mindestpreis-Differential von 349,39 Euro pro Tonne.

Dieses Differential wird zusätzlich zum staatlich festgelegten Preis gezahlt und muss von den Fairtrade-Kooperativen vollständig als Barzahlung an ihre Mitglieder weitergegeben werden. Hinzu kommt die Fairtrade-Prämie, die für Kakao aus Côte d’Ivoire auf 250 Euro pro Tonne angehoben wurde.

Ein Sicherheitsnetz in einem volatilen Markt

Der Fairtrade-Mindestpreis bildet eine Preisuntergrenze für Fairtrade-Kakao. Liegt der relevante staatliche Preis darunter, wird die Differenz ausgeglichen. Liegt der Markt- beziehungsweise Referenzpreis über dem Fairtrade-Mindestpreis, gilt der höhere Preis.

Gerade angesichts der starken Schwankungen auf dem Kakaomarkt gewinnt dieses Sicherheitsnetz an Bedeutung. Was unsichere Einkommen für Produzent*innen im Alltag bedeuten, beschreibt Sanogo Nabaga, Kakaobauer aus Côte d’Ivoire:

„Als Bauer und Vater muss ich meine Farm instand halten, meine Arbeiter bezahlen, Betriebsmittel kaufen und für meine Familie sorgen. Wenn das Einkommen nicht mit den Ausgaben Schritt hält, wird jede Entscheidung zu einer schwierigen Abwägung.“

Seine Erfahrung steht exemplarisch für viele Kakaobäuerinnen und -bauern in Westafrika. 2024 stieg der internationale Kakaopreis zeitweise auf rund 12.000 US-Dollar pro Tonne. Im Februar 2026 fiel er auf unter 3.000 US-Dollar, Anfang September lag er wieder bei etwa 6.000 US-Dollar. Gleichzeitig setzen niedrige Erträge, steigende Produktionskosten und die Folgen des Klimawandels viele Betriebe unter Druck. Für Produzent*innen mit geringen finanziellen Rücklagen erschwert diese Volatilität eine verlässliche Planung zusätzlich.

Der Mindestpreis kann diese Herausforderungen nicht allein lösen. Doch gerade in Phasen sinkender Preise zeigt sich die Bedeutung des Fairtrade-Mindestpreises: Das aktuelle Differential bietet Produzent*innen bei sinkenden Preisen zusätzliche Absicherung und stärkt damit zugleich die langfristige Resilienz der Kakao-Lieferkette.

Höhere Mindestpreise und Prämien in Westafrika

Auch in Ghana wurde der Fairtrade-Mindestpreis angehoben und Anfang des Jahres kommuniziert. Für konventionellen Kakao beträgt er 3.500 US-Dollar pro Tonne. Die Fairtrade-Prämie steigt dort auf 275 US-Dollar pro Tonne. Für die staatlich regulierten Kakaomärkte in Ghana und Côte d’Ivoire ist die Gültigkeit der neuen Fairtrade-Preise an den jeweiligen offiziellen Beginn der Haupternte gekoppelt.

Eine neue Vorgabe zur Fairtrade-Prämie für Ghana und Côte d’Ivoire stärkt zudem die direkte Auszahlung an die Produzent*innen: 40 Prozent der Fairtrade-Prämie müssen künftig als Barzahlungen an die Mitglieder der Kooperativen ausgezahlt werden. Mindestens zehn Prozent sollen jeweils in die Kooperative selbst, in landwirtschaftliche Dienstleistungen sowie in Gemeinschaftsprojekte investiert werden.

Zusammen mit dem höheren Mindestpreis soll die angehobene Fairtrade-Prämie dazu beitragen, dass mehr Wert bei den Kakaobäuerinnen und -bauern ankommt und sie besser auf steigende Kosten und schwankende Marktpreise reagieren können.