Was ist Fairtrade?
Produkte
Für Unternehmen
Mach mit!

Fairtrade erhöht Mindestpreis für Bananen

  • 05.10.26
  • Bananen

Steigende Kosten, Klimakrise und globale Unsicherheiten setzen Bananenproduzent*innen zunehmend unter Druck. Fairtrade reagiert darauf und hebt die Mindestpreise für Bananen an. Die konkrete Erhöhung variiert je nach Herkunftsland.

Fairtrade Bio-Bananen in einer Einkaufstasche
Fairtrade Bio-Bananen in einer Einkaufstasche

Klimakrise und steigende Kosten belasten den Bananenanbau

Die Herausforderungen im Bananensektor nehmen zu: Extreme Wetterereignisse wie El Niño, Pflanzenkrankheiten wie Fusarium Tropical Race 4 (TR4) sowie steigende Produktions-, Logistik- und Nachhaltigkeitskosten wirken sich auf die Produktivität aus. Gleichzeitig müssen Produzent*innen verstärkt in klimaresiliente und nachhaltige Anbaumethoden investieren. Darum erhöht Fairtrade die Mindestpreise für Bananen ab 1. Januar 2027 um durchschnittlich 5,6 Prozent auf Ex-Works-Ebene (ab Produktionsstandort) und um 3,9 Prozent auf FOB-Ebene (Free on Board, also inklusive Transport bis zur Verladung im Exporthafen). 

„Bananenproduzent*innen stehen am Anfang einer Lieferkette, die zunehmend globalen Krisen ausgesetzt ist. Gleichzeitig haben sie oft die geringsten Möglichkeiten, zusätzliche Kosten aufzufangen“, erklärt Silvia Campos, Senior Advisor Banana bei Fairtrade International. Faire und nachhaltige Lieferketten erfordern deshalb Preise, die die tatsächlichen Kosten nachhaltiger Produktion berücksichtigen, langfristige Handelsbeziehungen und eine gemeinsame Verantwortung entlang der Lieferkette.

Neue Preise basieren auf realen Produktionskosten

Fairtrade überprüft die Mindestpreise für Bananen jährlich. Für die aktuelle Anpassung wurden Produktionskostendaten von Fairtrade-zertifizierten Produzent*innen ausgewertet und insgesamt 47 Mindestpreise für neun Herkunftsländer und zwei Ländergruppen konsultiert. 114 Produzent*innenorganisationen, Exporteure, Importeure und Händler beteiligten sich an diesem Prozess.

Der Fairtrade-Mindestpreis bildet ein wichtiges Sicherheitsnetz: Fällt der Weltmarktpreis darunter, muss mindestens der Fairtrade-Mindestpreis gezahlt werden. Liegt der Marktpreis höher, gilt der höhere Preis. Grundlage sind die durchschnittlichen Kosten einer nachhaltigen Produktion.

Mehr als 36 Millionen Euro Fairtrade-Prämie

Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten Produzent*innen die Fairtrade-Prämie. Bei Bananen liegt sie weiterhin bei einem US-Dollar pro Kiste. Über die Verwendung entscheiden die Produzent*innen beziehungsweise Beschäftigten selbst und können damit Projekte für ihre Betriebe und Gemeinschaften finanzieren. Allein 2024 erhielten Fairtrade-Bananenproduzent*innen weltweit mehr als 36,4 Millionen Euro Prämie – 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch die Fairtrade-Referenzpreise für existenzsichernde Löhne wurden aktualisiert. Sie zeigen, welcher Preis pro Bananenkiste erforderlich ist, damit Beschäftigte auf Plantagen einen existenzsichernden Lohn erhalten können. Die Zahlung der Referenzpreise für existenzsichernde Löhne erfolgt freiwillig durch die Aufkäufer, während die Zahlung des Fairtrade-Mindestpreises verpflichtend ist. 

Die neuen Fairtrade-Mindestpreise für Bananen wurden auf der Fruit Attraction in Madrid, der internationalen Fachmesse für den Obst- und Gemüsesektor, bekannt gegeben.