Hauptnavigation

Main Navigation

Fairtrade aktualisiert Mindestpreise für Kaffee

  • 30.07.26

Angesichts höherer Produktionskosten hat Fairtrade die Mindestpreise für Kaffee aktualisiert. Die neuen Preise treten am 1. Dezember 2026 in Kraft und sollen Kaffeebäuerinnen und -bauern mehr Preissicherheit geben. Gleichzeitig schaffen sie für Käufer*innen mehr Vorhersehbarkeit in einem volatilen Markt.

Kaffeebäuerin auf einer Kaffeefarm
Kaffeebäuerin auf einer Kaffeefarm

Ab Dezember steigt der neue Fairtrade-Mindestpreis für gewaschene Arabica-Bohnen von 1,80 auf 2,00 US-Dollar pro Pfund – ein Plus 11 von Prozent. Mehr als 80 Prozent des gesamten verkauften Fairtrade-Kaffees entfallen auf diese Kategorie. Für naturgetrocknete Robusta-Bohnen, die weniger als zehn Prozent des Fairtrade-Kaffees ausmachen, erhöht sich der Mindestpreis um 10 Cent auf 1,30 US-Dollar pro Pfund. Auch die Mindestpreise für naturgetrockneten Arabica und gewaschenen Robusta werden entsprechend angehoben.

Die neuen Fairtrade-Mindestpreise für Arabica- und Robusta-Kaffeebohnen sind das Ergebnis eines einjährigen Forschungs- und Konsultationsprozesses. Als Grundlage für die demokratisch getroffene Entscheidung dienten Datenerhebungen, Konsultationen mit Interessengruppen und Marktanalysen. Alle vier Jahre werden die Mindestpreise umfassend überprüft, um die Widerstandsfähigkeit der Produzent*innen zu stärken und nachhaltigere Lieferketten zu fördern. Dieses Vorgehen unterscheidet Fairtrade von anderen freiwilligen Nachhaltigkeitssystemen.

Fairtrade-Mindestpreis: ein stärkeres Sicherheitsnetz

Der Fairtrade-Mindestpreis ist ein globaler Mindestpreis und dient als Sicherheitsnetz für die Bäuerinnen und Bauern. Er basiert auf den Kosten für eine nachhaltige Produktion, die im Rahmen eines umfassenden Verfahrens ermittelt werden. Alle Fairtrade-Preise werden vom Fairtrade-Normenausschuss beschlossen.

Der Mindestpreis greift erst dann, wenn die Marktpreise unter den Fairtrade-Mindestpreis fallen. Damit erhalten Bäuerinnen, Bauern und Kooperativen in Zeiten niedriger Marktpreise einen besseren Schutz und die Flexibilität, bei steigenden Marktpreisen mehr zu verdienen. Zum Vergleich: Seit März 2024 lag der Weltmarktpreis für Kaffee nicht mehr unter 2,00 US-Dollar pro Pfund.

Fairtrade-Prämie und Bio-Zuschlag bleiben unverändert

Im Rahmen der Preisüberprüfung hat Fairtrade beschlossen, die Fairtrade-Prämie von 0,20 US-Dollar pro Pfund sowie den Bio-Aufschlag von 0,40 US-Dollar pro Pfund beizubehalten.

2024 erzielten Fairtrade-Kaffeekooperativen mehr als 57 Millionen Euro an Fairtrade-Prämien. Diese Mittel unterstützen die Produzent*innen dabei, ihre Anbaumethoden zu verbessern, Investitionen in ihre Kooperativen zu tätigen und Gemeinschaftsprojekte umzusetzen. Der zusätzliche Bio-Aufschlag für ökologisch angebauten Kaffee schafft einen finanziellen Anreiz für die Umstellung auf Bio-Anbau und gleicht die höheren Kosten aus, die dabei entstehen.

Der Prozess bringt Vertreter*innen von Erzeugern und Händlern zusammen

Die Preisüberprüfung umfasste Produktionskostendaten von 57 Genossenschaften aus 13 Ländern für die Ernteperiode 2023–2024.

In den abschließenden Preisvorschlag flossen unter anderem Produktionskosten und Marktbedingungen, das Zusammenspiel von Mindestpreis, Fairtrade-Prämie und Bio-Aufschlag sowie weitere Faktoren ein. Der Fairtrade-Normenausschuss traf auf dieser Grundlage die endgültige Entscheidung.

Preise, die nachhaltigen Kaffee auch in Zukunft sichern

„Kaffeebäuerinnen und -bauern wollen einen würdigen Lebensunterhalt verdienen. Die Fairtrade-Preisstruktur ist ein entscheidendes Sicherheitsnetz für Kooperativen, das die Widerstandsfähigkeit der Bäuer*innen angesichts des Klimawandels und neuer regulatorischer Anforderungen stärkt. Außerdem wird die Sicherheit globaler Lieferketten gewährleistet. Es ist die einzige Marktpreisintervention, die ein solches Maß an Stringenz und Transparenz aufweist“ sagte Colleen Anunu, Senior Advisor für Kaffee bei Fairtrade International.

Zur vollständigen Pressemitteilung (EN) von Fairtrade International.