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Mehr Schutz vor Kinderarbeit: Fairtrade-Programm erreicht rund 5.000 Kinder

  • 25.08.26

Das Fairtrade-Programm zur Prävention und Bekämpfung von Kinder- und Zwangsarbeit wird im dritten Jahr ausgeweitet: Inzwischen setzen zwölf Kakaokooperativen in Westafrika eigene Projekte um, von denen rund 5.000 Kinder profitieren. In den vergangenen drei Jahren stellte Fairtrade dafür mehr als 300.000 Euro bereit.

Kinder und Betreuerin der Vorschule der Kooperative EDIFIE DOUKOUYA tanzen Kreistanz.
Kinder und Betreuerin der Vorschule der Kooperative EDIFIE DOUKOUYA tanzen Kreistanz.

Noch immer arbeiten schätzungsweise 1,56 Millionen Kinder im Kakaoanbau in Côte d’Ivoire und Ghana. Zu den wichtigsten Ursachen zählen Armut, fehlende Bildungsangebote und lange oder schwierige Schulwege. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts NORC der University of Chicago aus dem Jahr 2021. Sie benennt auch, welche Maßnahmen Kinderarbeit wirksam verhindern können: bessere Einkommensmöglichkeiten für Familien, Investitionen in Schulen, Unterrichtsmaterial und Mahlzeiten, sichere Schulwege sowie die aktive Einbindung der lokalen Gemeinschaften.

Fairtrade verbietet ausbeuterische Kinderarbeit in seinen Standards und setzt sich unter anderem mit Mindestpreisen und der Fairtrade-Prämie für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen ein. Seit einer Überarbeitung des Fairtrade-Kakaostandards im Jahr 2022 müssen Kooperativen zudem verstärkt Systeme zur Überwachung und Bekämpfung von Kinderarbeit umsetzen. Da dies mit erheblichen Kosten verbunden ist, sieht der Standard auch vor, dass Händler finanziell zur Prävention und Bekämpfung von Menschenrechtsrisiken beitragen.

Von den Kooperativen entwickelte Lösungen

2023 startete Fairtrade das Programm zur Prävention und Bekämpfung von Kinder- und Zwangsarbeit. Es bündelt finanzielle Beiträge von Händlern und Schokoladenunternehmen und unterstützt damit Projekte, die Kakaokooperativen gemeinsam mit ihren Gemeinden entwickeln.

In den vergangenen drei Jahren flossen mehr als 300.000 Euro in Projekte von zwölf Kooperativen. Diese beteiligen sich zusätzlich mit eigenen Mitteln. Im Mittelpunkt stehen bislang vor allem bessere Bildungsbedingungen: Neue Klassenräume und Vorschulen werden gebaut, bestehende Schulgebäude renoviert und Kantinen eingerichtet. Insgesamt profitieren schätzungsweise 5.000 Kinder von den Maßnahmen.

Unterstützt wird das Programm auch von der International Cocoa Initiative (ICI). Gemeinsam mit Fairtrade Africa und acht Kooperativen begleitet sie unter anderem den Bau von Sanitäranlagen und Handwaschstationen an Schulen.

„Die erfolgreichsten Maßnahmen sind diejenigen, die von den Gemeinschaften selbst identifiziert und mitgetragen werden. Genau das unterstützt dieses Programm“, sagt Assouan Kouame, Senior Programme Manager bei Fairtrade Africa. „Fairtrade-Kakaokooperativen verbessern die Bildungsbedingungen für alle Kinder in ihren Gemeinden und gehen gleichzeitig wichtige Ursachen von Kinderarbeit an.“

Neue Klassenräume und eine Vorschule

Wie die Projekte konkret wirken, zeigt die Kooperative DAVO COOP CA in Gagnoa, Côte d’Ivoire. Die bisherige Dorfschule war zu klein und ihr Palmendach während der Regenzeit undicht. Mit 17.000 Euro Förderung baute die Kooperative drei neue Klassenräume. Mehr als 290 Kinder profitieren davon. In einem Folgeprojekt entstehen zudem Latrinen, Handwaschstationen und eine Schulkantine.

Die Kooperative SCOOPS-EDIFIE-DOUKOUYA konzentrierte sich auf die Betreuung jüngerer Kinder. Weil es vor Ort an geeigneten Angeboten fehlte, nahmen Eltern ihre Kinder teilweise mit zur Arbeit auf die Felder oder ließen sie im Dorf zurück. Mit 17.000 Euro Förderung entstand eine Vorschule für 80 Kinder. Ergänzend werden Sanitäranlagen und Handwaschstationen gebaut.

„Früher gingen Eltern mit großer Sorge aufs Feld, weil sie nicht wussten, wo sie ihre Kinder lassen sollten“, berichtet Dorfsekretär Zehi Herman Marcel. „Heute können sie dank der Vorschule beruhigt zur Arbeit gehen.“

Eine unabhängige Evaluation soll die Wirkung des Programms untersuchen. Die Ergebnisse werden Anfang 2027 erwartet.

Mehr Informationen und alle Ergebnisse gibt es im aktuellen Jahresbericht des Fairtrade-Programms zur Prävention und Bekämpfung von Kinder- und Zwangsarbeit.