"Fairtrade ist für mich ein Siegel, das Vertrauen schafft."
Wir haben mit Model und Influencerin Marie Nasemann über ihr Engagement für Fair Fashion, Fantum und Fairtrade gesprochen.
Hallo Marie, du arbeitest als Schauspielerin, Content Creatorin, Podcasterin und engagierst dich darüber hinaus auch immer wieder politisch. Woher nimmst du die Energie für dein Engagement – und warum liegt dir das Thema „Fair Fashion“ besonders am Herzen?
Ich glaube, Energie entsteht immer dann, wenn man etwas tut, das sich richtig anfühlt. Bei mir ist das ganz klar das Thema faire Mode. Ich habe in der Modebranche angefangen und dadurch sehr früh gesehen, wie viel Schattenseiten es gibt: Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen in der Lieferkette, Umweltbelastung und immer mehr Fast Fashion. Wenn man das einmal verstanden hat, kann man es nicht mehr „nicht wissen“. Und natürlich hilft es, dass ich inzwischen eine Community habe, die sich für dieselben Themen interessiert. Das motiviert ungemein.
Mit Fairtrade arbeitest du auch regelmäßig zusammen. Was gefällt dir besonders an unserem Siegel?
Fairtrade ist für mich ein Siegel, das Vertrauen schafft. Es ist transparent, unabhängig und setzt klare Standards – für Löhne, Arbeitsbedingungen und Umwelt. Ich finde es wichtig, dass Konsumentinnen und Konsumenten sich auf ein Label verlassen können, ohne selbst Expert*in für Lieferketten sein zu müssen. Und ich mag, dass Fairtrade nicht nur Symptome bekämpft, sondern Strukturen verändert. Das ist ein großer Unterschied.
Du hast dir ein eigenes Fan-Trikot gestaltet – von was bist du Fan? Was macht für dich persönlich guten Merch aus – und von wem besitzt du welchen?
Ich bin Fan von allem, was Haltung zeigt. Das kann ein Verein sein, ein Projekt, eine Initiative – oder einfach eine Botschaft, die man gerne in die Welt trägt. Guter Merch ist für mich etwas, das man wirklich gerne anzieht: hochwertig, langlebig, fair produziert und mit einer Aussage, die man vertreten kann.
Unsere Aktion zur Fashion Revolution Week richtet sich in diesem Jahr besonders an Schulen und ähnliche Einrichtungen. Du bist selber Mama, habt ihr auch Logo-Shirts von Kita oder demnächst dann Schule zuhause. Und wenn ja, weißt du, ob sie fair produziert wurden?
Logo Shirts unserer Kita gibt es nicht. Sollte ich damit in Berührung kommen, werde ich mich dahinter klemmen, dass die Shirts fair und nachhaltig produziert werden. Ich finde, Bildungseinrichtungen sollten ein Vorbild sein. Wenn wir Kindern beibringen wollen, wie wichtig Nachhaltigkeit ist, dann sollten wir auch bei den eigenen Textilien anfangen.
Worauf achtest du beim Einkauf – nicht nur, aber vor allem auch von Mode/Merch/Kinderkleidung? Und welche Rolle spielen Nachhaltigkeitssiegel wie Fairtrade bei deinen Kaufentscheidungen?
Ich achte beim Einkaufen vor allem darauf, welche Materialien verwendet wurden – idealerweise Naturfasern, recycelte Stoffe oder generell langlebige Qualitäten. Außerdem ist mir wichtig, nachvollziehen zu können, wo ein Teil produziert wurde und unter welchen Bedingungen. Ein weiterer Orientierungspunkt sind für mich glaubwürdige Nachhaltigkeitssiegel wie Fairtrade. Sie helfen enorm dabei, die Komplexität von Lieferketten zu reduzieren. Ich kann schließlich nicht jedes Produkt bis ins Detail selbst prüfen, aber ich kann mich auf Standards verlassen, die genau das für mich übernehmen.
Warum ist es so wichtig, beim Kauf von Merch, aber natürlich auch anderen Produkten, auf faire und nachhaltig produzierte Artikel zu setzen?
Weil jedes Produkt eine Geschichte hat. Und wir entscheiden mit jedem Kauf, welche Geschichte wir unterstützen. Merch wird oft in großen Mengen produziert und hat eine große Sichtbarkeit z.B. bei internationalen Sportevents. Wenn wir hier auf faire Bedingungen setzen, hat das einen riesigen Hebel: für Produzent*inne, Arbeiter*innen, für die Umwelt und für ein Bewusstsein, das weit über Mode hinausgeht.