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Fairtrade und die EU-Verbraucherrechterichtlinie (EmpCo)

  • 04.05.26

Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherinnen und Verbraucher ( Empowering Consumers Directive - EmpCo) schützt Konsumentinnen und Konsumenten vor irreführenden Umweltaussagen und Nachhaltigkeitslabels.

Tisch mit vielen Fairtradeprodukten wie Kaffee, Baumwolle und Banane sowie dem Fairtrade Siegel
Tisch mit vielen Fairtradeprodukten wie Kaffee, Baumwolle und Banane sowie dem Fairtrade Siegel

Verbrauchertrends zeigen: Das Interesse an nachhaltigen Produkten wächst weiter. Doch wie können Konsumentinnen und Konsumenten fundierte Entscheidungen treffen und den Siegeln auf Verpackungen wirklich vertrauen? Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherinnen und Verbraucher (EmpCo) setzt hier an. Sie soll mehr Klarheit in eine zunehmend unübersichtliche Nachhaltigkeitslandschaft bringen, Greenwashing eindämmen und glaubwürdige Zertifizierungssysteme von Etiketten mit geringer Aussagekraft unterscheidbar machen.

Das ist die EU-Verbraucherrechterichtlinie (EmpCo – Empowering consumers directive)?

Die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherinnen und Verbraucher (EmpCo) schützt Konsumentinnen und Konsumenten vor irreführenden Umweltaussagen und Nachhaltigkeitslabels. Die Richtlinie gilt ab September 2026 für Unternehmen im EU-Binnenmarkt und verbietet vage und nicht belegbare Umweltaussagen sowie Klimaneutralitätswerbung, die ausschließlich auf Kompensationsmaßnahmen basiert. Darüber hinaus untersagt sie Aussagen, ein Produkt habe eine neutrale, reduzierte oder positive Umweltwirkung und fordert eine unabhängige Überprüfung für alle Nachhaltigkeitslabels.

Die Richtlinie wurde am 15. Juni 2024 formal verabschiedet. Bis zum 27. September 2026 müssen alle EU-Mitgliedstaaten ihre Vorgaben in nationales Recht umsetzen.

Die Rolle von Fairtrade

Mit wachsenden Anforderungen an Transparenz spielen Zertifizierungen wie Fairtrade eine zentrale Rolle dabei, Unternehmen bei der Erfüllung dieser Vorgaben zu unterstützen. Das Fairtrade-Siegel ermöglicht eine klare, auf der Verpackung sichtbare Kommunikation – gestützt auf strenge Standards und unabhängige Kontrolle. Das stärkt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Fairtrade ist überzeugt: Diese Richtlinie kann eine wichtige Rolle dabei spielen, vertrauenswürdige Labels zu stärken, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und es Konsumentinnen und Konsumenten letztlich leichter machen, Produkte und Unternehmen zu unterstützen, die ökologischen und mittelbar auch gesellschaftlichen Wandel bewirken.

Zertifizierung bei Fairtrade

Die zentrale Zertifizierungsstelle für Fairtrade ist FLOCERT. Sie ist akkreditiert nach ISO 17065, dem international führenden Qualitätsstandard für Produktzertifizierungssysteme. FLOCERT wendet diese Norm in allen Zertifizierungsprozessen an und unterliegt selbst externen Überprüfungen durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS).

Die Fairtrade-Siegel

Seit 2021 ist das Fairtrade-Siegel als europäisches Zertifizierungszeichen eingetragen und als Nachhaltigkeitslabel anerkannt. Es basiert auf einem Zertifizierungssystem, das die Anforderungen der EmpCo erfüllt – insbesondere hinsichtlich der Überwachung der Einhaltung von Standards. Die Fairtrade-Standards bilden ein Fundament und geben zertifizierten Händlerinnen und Händlern sowie Produzentenorganisationen Orientierung und verbindlichen Rahmen. Die Fairtrade-Zertifizierung ist transparent, fair und offen für alle Produzent*innen und Händler*innen, die bereit und in der Lage sind, ihre Anforderungen zu erfüllen.

Mehr zum Fairtrade-Siegel
Fairtrade-Seigel in groß ausgedruckt liegt auf einem Tisch neben einem Teller mit Obst

Die EmpCo-Anforderungen im Detail

  • Offener und fairer Zugang

  • Entwicklung mit Expert*innen und Stakeholdern

  • Klare Verfahren bei Verstößen

  • Unabhängige Überprüfung durch Dritte

Mehr als ein Siegel

Fairtrade steht nicht nur für eine klare Produktkennzeichnung. Das Ziel ist echter, nachhaltiger Wandel: durch eine gerechtere Verteilung von Ressourcen an den Anfang der Lieferkette, die Stärkung von lokalem und regionalem landwirtschaftlichem Know-how sowie Standards, die Mensch und Umwelt schützen.

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