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EU-Entwaldungsverordnung um ein weiteres Jahr verschoben

  • 19.12.25

Fairtrade fordert Klarheit, Verlässlichkeit und faire Unterstützung für Kleinbäuerinnen und -bauern.

EUDR Support Projekt Wald
EUDR Support Projekt Wald

Nachdem das Europäische Parlament kürzlich bestätigt hat, dass der Starttermin der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) um ein weiteres Jahr verschoben wird, fordert Fairtrade einen klaren und verlässlichen Weg nach vorne.

„Wir lehnen eine weitere Abschwächung der Verordnung entschieden ab. Die erneute Verzögerung darf kein Moment des Stillstands sein – sondern muss als Chance genutzt werden, Unterstützung und Umsetzung konsequent voranzutreiben.“
Claudia Brück – Vorständin Kommunikation und Politik bei Fairtrade Deutschland

Mit der Abstimmung haben große Unternehmen nun bis zum 30. Dezember 2026 Zeit, die Anforderungen der EUDR umzusetzen. Für Kleinst- und Kleinunternehmen gilt eine Frist bis zum 30. Juni 2027. Zudem hat das Europäische Parlament einer sogenannten Vereinfachungsklausel zugestimmt, die es der Europäischen Kommission ermöglicht, bis zum 30. April 2026 eine Folgenabschätzung der Verordnung vorzulegen.

Unterstützung für Kleinbäuerinnen und -bauern ist entscheidend

Bereits seit der ersten Ankündigung der Europäischen Kommission im September hat die Diskussion über eine mögliche Verschiebung für erhebliche Unsicherheit auf internationalen Märkten gesorgt. Klar ist: Der Schutz der Wälder duldet keinen Aufschub. Gleichzeitig zeigt die Praxis, wie komplex die Anforderungen der EUDR insbesondere für Kleinbäuerinnen und -bauern sind.

Angesichts der verlängerten Übergangsfrist ist die Europäische Union nun gefordert, wirksame Wege zu finden, um Produzent*innen außerhalb der EU angemessen zu unterstützen. Das gilt insbesondere für die Millionen Produzent*innen , die nicht als Niedrig-Risiko-Länder (low risk countries) eingestuft sind und keinen direkten Zugang zum EU-Markt haben oder bislang nicht ausreichend durch Regierungen oder Akteure der Lieferkette unterstützt werden.

Orientierung und Unterstützung

 Viele Produzent*innen benötigen finanzielle, technische und organisatorische Unterstützung, um die Ziele der EUDR erfüllen zu können. Die Fairtrade-Produzent*innennetzwerke leisten hier bereits einen wichtigen Beitrag: Sie unterstützen Kaffee- und Kakao-Kooperativen bei der Erfassung, Verwaltung und Übermittlung der Geolokationsdaten. Für diese Arbeit sind jedoch zusätzliche finanzielle Mittel dringend erforderlich.

„Unabhängig vom Zeitplan der EUDR setzt Fairtrade seine Bemühungen mit unvermindertem Einsatz fort. Der Schutz der Wälder ist heute dringlicher denn je. In Lateinamerika, Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum wurden bereits Tausende Kleinbäuerinnen und -bauern in der Erhebung und Verwaltung von Geolokalisierungsdaten geschult. Fairtrade stellt Kooperativen kostenfrei Analysen zum Entwaldungsrisiko zur Verfügung – ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des Compliance-Aufwands und zur Stärkung des Vertrauens von Partnern.“ 
Claudia Brück - Kommunikation und Politik bei Fairtrade Deutschland

Parallel dazu werden die digitalen Plattformen von Fairtrade weiterentwickelt, um einen sicheren, einvernehmlichen und standardkonformen Austausch von Geolokalisierungsdaten zwischen Kooperativen, Exporteuren und Importeuren zu ermöglichen. Rückverfolgbarkeit ist ein zentraler Baustein für Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung – und erfordert Investitionen aller Akteure entlang der Lieferkette.

Fairtrade Forderungen für den Waldschutz 

Europa hat mit der EUDR ein starkes Signal für den Schutz der Wälder gesetzt. Fairtrade fordert, dass diese Verantwortung  auch fair gegenüber Kleinbäuerinnen und-bauern verteilt wird – und ihnen echten Mehrwert bietet. Nur gemeinsam , mit ausreichender Unterstützung und klaren Rahmenbedingungen können wir Fortschritte erzielen und ein nachhaltiges sowie gerechtes globales Ernährungssystem stärken.

Fairtrade Unterstützung durch EU-Projekt LIFE FairTHRIVE

Auch Unternehmen finden auf der Fairtrade Website aktuelle Informationen zur Verordnung, Einordnungen aus Fairtrade-Perspektive sowie konkrete Unterstützungsangebote: • praxisnahe Informationen zur EUDR und ihren Anforderungen, • Unterstützung bei der Umsetzung von Rückverfolgbarkeit und Entwaldungsrisikobewertung, • sowie spezielle EUDR-Supportangebote für KMUs, die helfen, regulatorische Anforderungen realistisch und verantwortungsvoll umzusetzen.

Mehr zum EUDR Support
EUDR suppo