FAIRTRADE: Ohne stabile Einkommen gerät die Zukunft des Kaffees unter Druck
Der aktuelle Coffee Barometer zeigt: Klimakrise, volatile Märkte und neue Regulierungen erhöhen den Druck auf die gesamte Kaffeebranche. Gleichzeitig müssen Kaffeebauernfamilien in Klimaanpassung, Qualität und Rückverfolgbarkeit investieren - häufig ohne ausreichende finanzielle Mittel. FAIRTRADE sieht stabile Einkommen als Grundlage dafür, dass damit Kaffeebauernfamilien in Qualität, Klimaanpassung und entwaldungsfreie Lieferketten investieren können.
Der aktuelle Coffee Barometer rückt die Zukunft der Kaffeebauernfamilien ins Zentrum der Branchendebatte. Geopolitische Unsicherheiten, schwankende Währungen, steigende Kosten für Betriebsmittel und klimabedingte Ernteausfälle setzen die Kaffeebranche weltweit unter Druck. Gleichzeitig verschärft die Klimakrise die Lage in den Anbauregionen. Dürren, Starkregen, neue Schädlinge und Krankheiten erschweren die Produktion. Wetterphänomene wie El Niño können wichtige Anbauregionen zusätzlich belasten. Damit wächst der Investitionsdruck gerade dort, wo finanzielle Spielräume oft fehlen.
EUDR und Qualität erhöhen den Investitionsdruck
Auch die EU-Entwaldungsverordnung, kurz EUDR, verändert die Anforderungen an die Kaffeebranche. Unternehmen und Kaffeekooperativen müssen künftig noch besser nachweisen, woher ihre Rohstoffe stammen und dass diese entwaldungsfrei produziert wurden. Die kürzlich in Brüssel durchgeführte World of Coffee, eines der weltweit wichtigsten Branchentreffen der Kaffeewirtschaft, hat gezeigt, wie eng Qualität und wirtschaftliche Sicherheit miteinander verbunden sind. Damit Kooperativen am Markt gute Preise erzielen können, benötigen sie Zugang zu Know-how, professioneller Verarbeitung, stabilen Handelsbeziehungen und Investitionen in Qualität.
„Kaffeekooperativen müssen heute gleichzeitig in Klimaanpassung, Qualität und Rückverfolgbarkeit investieren. Dafür brauchen sie finanzielle Spielräume und verlässliche Partnerunternehmen“, sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich. „Die Zukunft des Kaffees wird nicht allein an den Börsen, sondern auf den Farmen entschieden. FAIRTRADE schafft mit Mindestpreis, Prämie und langfristigen Partnerschaften eine Grundlage, die Kooperativen stärkt und Investitionen in die Zukunft des Kaffeeanbaus ermöglicht“, so Kirner weiter.
FAIRTRADE stärkt Kooperativen bei neuen Anforderungen
FAIRTRADE unterstützt Produzentenorganisationen und Partnerunternehmen dabei, sich auf neue Markt- und Regulierungsanforderungen einzustellen. Ein aktuelles Beispiel ist Plot Insights von FAIRTRADE International. Das digitale System hilft Kaffee- und Kakaokooperativen, Geodaten zu verwalten, Entwaldungsrisiken zu analysieren und relevante Informationen sicher mit Handelspartnern zu teilen.
Auch beim Preis reagiert FAIRTRADE auf die hohe Volatilität am Kaffeemarkt: Der FAIRTRADE-Kaffee-Mindestpreis wird derzeit überprüft. Eine Entscheidung wird für den Herbst erwartet und soll dazu beitragen, Kaffeebauernfamilien langfristig mehr wirtschaftliche Stabilität zu geben. Ergänzend machen FAIRTRADE-Cuppings mit prämierten Kaffees aus den Golden Cups das Qualitätspotenzial von FAIRTRADE-Kaffee sichtbar. Dies wird durch Investitionen in Know-how, Verarbeitung und nachhaltigen Anbau ermöglicht.
Mit den FAIRTRADE-Kaffeewochen im Herbst stärkt FAIRTRADE Österreich gemeinsam mit Partnerunternehmen das Bewusstsein für fair gehandelten Kaffee.
Rückfragehinweis: presse@fairtrade.at
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