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Fairtrade-Programm zur Prävention und Abhilfe bei Kinderarbeit erreicht 5000 Kinder

  • 31.08.26
  • Kinderarbeit
  • Kakao

Das Fairtrade-Programm zur Prävention und Abhilfe bei Kinder- und Zwangsarbeit wächst weiter: Im dritten Jahr unterstützt es zwölf Kakaokooperativen in Westafrika bei der Umsetzung eigener Projekte und erreicht damit schätzungsweise 5000 Kinder.

Kind schreibt etwas an die Wandtafel in er Schule
Kind schreibt etwas an die Wandtafel in er Schule

Kinderarbeit hat verschiedene Ursachen. Dazu gehören unter anderem niedrige Einkommen, fehlende oder unzureichende Schulinfrastruktur und lange Schulwege. Eine viel beachtete Studie von NORC an der University of Chicago aus dem Jahr 2021 schätzte, dass in Côte d’Ivoire und Ghana rund 1,56 Millionen Kinder auf Kakaofarmen arbeiten.

Die Fairtrade-Standards verbieten Kinderarbeit. Gleichzeitig zeigt die Realität, dass ein Verbot allein die zugrunde liegenden Ursachen nicht beseitigt. Deshalb verschärfte Fairtrade 2022 den Fairtrade-Standard für Kakao. Kooperativen müssen seither unter anderem systematischer Massnahmen zur Erkennung, Prävention und Abhilfe bei Kinderarbeit umsetzen. Auch Handelsunternehmen müssen zu den Aktivitäten der Kooperativen im Bereich Kinderarbeit und Menschenrechte beitragen. 

Lösungen aus den Gemeinschaften selbst

2023 lancierte Fairtrade das Programm zur Prävention und Abhilfe bei Kinder- und Zwangsarbeit. Die teilnehmenden Kooperativen entwickeln Projekte, die auf die Bedürfnisse ihrer Gemeinschaften zugeschnitten sind. Über die vergangenen drei Jahre flossen insgesamt mehr als 300'000 Euro in Projekte von zwölf Kooperativen. Diese beteiligen sich jeweils auch mit eigenen Mitteln. 

Viele Projekte konzentrieren sich auf Schulen: Neue Klassenzimmer werden gebaut, bestehende Gebäude renoviert oder Kantinen eingerichtet, damit Kinder über Mittag nicht weite Wege zurücklegen müssen.

Fairtrade arbeitet dabei weiterhin mit der International Cocoa Initiative (ICI) in Côte d’Ivoire zusammen. Gemeinsam mit Fairtrade Africa unterstützt ICI acht Kooperativen unter anderem beim Bau von Latrinen und Handwaschstationen an Schulen.  

«Am erfolgreichsten sind Massnahmen, die von den Gemeinschaften selbst als sinnvoll erkannt und mitgetragen werden – und genau das unterstützt dieses Programm», sagt Assouan Kouame, Senior Programme Officer bei Fairtrade Africa. «Fairtrade-Kakaokooperativen verbessern die schulischen Bedingungen für alle Kinder in ihren Gemeinschaften und gehen gleichzeitig einige der wichtigsten Ursachen von Kinderarbeit an.»

Neue Schulräume und eine Vorschule 

Ein Beispiel ist die Kooperative DAVO COOP CA in Gagnoa. Das bisherige Schulgebäude eines abgelegenen Dorfes war zu klein und bei Regen nicht ausreichend geschützt. Deshalb musste der Unterricht in zwei Schichten stattfinden. Mit 17'000 Euro aus dem Programm baute die Kooperative einen neuen Gebäudetrakt mit drei Klassenzimmern. Mehr als 290 Kinder nutzen die neuen Räume.

Als Folgeprojekt entstehen mit zusätzlicher Fairtrade-Finanzierung und technischer Unterstützung durch ICI Latrinen, Handwaschstationen und eine Schulkantine. 

Auch die Kooperative SCOOPS-EDIFIE-DOUKOUYA setzte bei einem konkreten Bedarf ihrer Gemeinschaft an. Weil geeignete Betreuungsmöglichkeiten für kleine Kinder fehlten, nahmen Eltern sie teilweise mit auf die Farm. Mit 17'000 Euro baute die Kooperative eine Vorschule, die heute 80 Kinder besuchen. Auch hier sind zusätzliche Sanitäranlagen vorgesehen.

«Früher gingen Eltern mit vielen Sorgen zur Arbeit, weil sie nicht wussten, wo ihre Kinder bleiben sollten», sagt Zehi Herman Marcel, Sekretär des Dorfes. «Heute können sie dank der Vorschule beruhigter zur Arbeit gehen. Wir freuen uns sehr darüber.» 

Die abgeschlossenen Projekte verbessern bereits die Infrastruktur in den beteiligten Gemeinschaften. 2026 wird das Programm unabhängig evaluiert. Die Ergebnisse sollen Anfang 2027 veröffentlicht werden.