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30 Jahre FAIRTRADE-Kakao: Aus Überzeugung wurde Veränderung

  • 20.03.26

Wie schreibt man eine FAIRTRADE-Erfolgsgeschichte? Mit Ausdauer und Leidenschaft, gemeinsam mit vielen Menschen, die das Herz am rechten Fleck tragen, sowie mit einer Vision, die alle Zweifel beiseiteschiebt.

Ein Kommentar von Hartwig Kirner, Geschäftsführer FAIRTRADE Österreich

FAIRTRADE-Kakao in Österreich ist eine solche Geschichte, die ständig neue Kapitel dazubekommt. Vor 30 Jahren wurde die erste fair gehandelte Schokolade in Österreich verkauft. Das war zu einer Zeit, in der viele dachten, das Internet sei eine Modeerscheinung, Smartphones etwas für Angeber und fairer Handel eine Nische für unverbesserliche Optimisten.

Heute hat FAIRTRADE-Tafelschokolade einen Marktanteil von rund 14 Prozent in Österreich. Ein Meilenstein, der so gut wie alle namhaften Schokoladenhersteller des Landes und den Handel vereint. Insgesamt wurden in den letzten 30 Jahren 1,2 Milliarden fair gehandelte Schokotafeln in Österreich verkauft. Dieser Erfolg ist nur möglich, weil es Unternehmen gibt, die Nachhaltigkeit leben, weil Menschen auf das FAIRTRADE-Siegel achten und weil österreichweit Tausende Geschäfte für eine flächendeckende Verfügbarkeit sorgen.

Seit fast 20 Jahren bin ich nun schon Geschäftsführer von FAIRTRADE Österreich und regelmäßig in den Anbauländern unterwegs. Aus Erfahrung kann ich sagen: Gerade in Westafrika, der Region, aus der weltweit der meiste Kakao stammt, bewegt sich vieles in die richtige Richtung. Dass faire Handelsbedingungen konkrete Verbesserungen bewirken können, zeigt auch eine aktuelle Einkommensstudie aus Côte d’Ivoire: Demnach erzielen mittlerweile 74 Prozent der FAIRTRADE-Kakaobauernfamilien ein Einkommen nahe der existenzsichernden Schwelle. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte in extremer Armut deutlich gesunken – von 36 Prozent im Jahr 2020 auf 17 Prozent. Stabile Mindestpreise und zusätzliche Prämien für Gemeinschaftsprojekte sind der Schlüssel, um ländliche Gemeinschaften nachhaltig zu stärken.

Solche Entwicklungen zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn viele gemeinsam an einem Strang ziehen. Und hier gilt es nahtlos anzuknüpfen. Für mich ist das Ansporn und Auftrag zugleich, in den nächsten Jahren noch mehr zu erreichen. Wie die aktuell stark sinkenden Kakaopreise zeigen, braucht es Planungssicherheit für die Menschen in den Ursprungsländern. Es gibt eine gerechtere Art, Geschäfte zu machen, die sich nicht ausschließlich darauf stützt, dass Preise durch das kurzfristige Angebot und die Nachfrage bestimmt werden. Gemeinsam mit unseren Partnerfirmen, meinem Team und unserer Community wollen wir diesen Ansatz weiterhin unterstützen und fair gehandelten Kakao in das nächste erfolgreiche Jahrzehnt führen.