Studie bestätigt: Produzent:innen bewerten FAIRTRADE als beste Wahl
Was denken die Menschen, um die es bei FAIRTRADE vor allem geht, wirklich über das Siegel? Eine neue Umfrage unter Produzentenorganisationen in Lateinamerika und der Karibik liefert die Antwort. Und die ist ganz klar: FAIRTRADE genießt mit Abstand das größte Vertrauen.
Die von CLAC (Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Pequeños Productores de Comercio Justo) gemeinsam mit FAIRTRADE durchgeführte Mitgliederzufriedenheitsumfrage 2026 hat zwischen Februar und März 2026 insgesamt 225 Produzentenorganisationen in 18 Ländern telefonisch zu ihrer Zufriedenheit mit und ihren Wahrnehmungen von unterschiedlichen Zertifizierungssystemen befragt. Im Fokus: FAIRTRADE, Bio und Rainforest Alliance.
FAIRTRADE: Nummer 1 bei Zufriedenheit
79 Prozent der befragten Organisationen nennen FAIRTRADE als das für sie wichtigste Zertifizierungssiegel. Weit vor Rainforest Alliance (9 %), Bio (6 %) und Organisationen ohne Präferenz (6 %). Damit bestätigt sich der Wert aus der letzten Studie: Schon 2024 lag Fairtrade bei 79 Prozent. Während Bio im Vergleich an Bedeutung verloren hat, konnte Rainforest Alliance leicht zulegen.
Die wichtigsten Gründe für die Zusammenarbeit mit FAIRTRADE
- Prämie für Investitionen (87 %)
- Direkter Nutzen für die Produzent:innen (74 %)
- Garantierter Mindestpreis (72 %)
Wirtschaftliche Sicherheit zählt am meisten
Über die vergangenen zwei Jahre hinweg zeigt sich ein klarer Trend: Die wirtschaftlichen Vorteile von FAIRTRADE werden noch stärker geschätzt als zuvor.
- Prämie für Investitionen: 79,6 % (2025) vs. 78,5 % (2024)
- Garantierter Mindestpreis: 68,4 % vs. 63,5 %
- Besserer Produktpreis: 55,1 % vs. 49,3 %
- Technische Unterstützung und Schulungen: 57,3 % vs. 42,9 %
Auch soziale Wirkungen gewinnen an Bedeutung: Die verbesserte Teilhabe von Frauen und ihre Chancen auf Führungspositionen wird von 49 Prozent der Organisationen als Vorteil genannt. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 36 Prozent im Vorjahr. Ebenso stark gestiegen ist die Wahrnehmung der Relevanz von Maßnahmen gegen Zwangs- und ausbeuterische Kinderarbeit (43 % gegenüber 33 % in 2024).
Höchste Zufriedenheit im Siegel-Vergleich
Auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten die befragten Organisationen FAIRTRADE im Schnitt mit 4,3 Punkten. Das ist eine Verbesserung gegenüber 4,2 im Vorjahr und der höchste Wert im Vergleich zu Bio (4,1) und Rainforest Alliance (3,9).
Besonders stark schneidet FAIRTRADE ab bei:
- Vertrauen in das Siegel: 4,7
- Positive Auswirkung auf die Gemeinschaft: 4,5
- Verbesserung von Einkommen und finanzieller Sicherheit: 4,5
Verbesserungsbedarf sehen die Organisationen bei der operativen Handhabe und den Zertifizierungskosten. Beide Bereiche erhielten einen Durchschnittswert von 3,9. Insgesamt zeigt sich jedoch über alle sechs untersuchten Dimensionen hinweg ein positiver Trend gegenüber dem Vorjahr.
Fair kaufen zahlt sich aus – für alle Beteiligten
Die Umfrage zeigt: Wer zu FAIRTRADE-Produkten greift, unterstützt ein System, dem die Produzent:innen selbst am meisten vertrauen. Nicht, weil es das bekannteste Siegel ist, sondern weil es messbar wirtschaftliche Sicherheit und soziale Verbesserungen bringt. Das ist ein starkes Signal: Fair gehandelte Produkte kommen dort an, wo sie ankommen sollen.