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Weltumwelttag: Wer ernährt die Welt von morgen?

  • 02.06.26

Klimakrise, Ernteausfälle und der Generationenwechsel stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. FAIRTRADE stärkt soziale und ökologische Widerstandsfähigkeit und arbeitet gemeinsam mit Bauernfamilien an einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Die Landwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Extreme Wetterereignisse nehmen zu. Gleichzeitig geraten wichtige Lebensgrundlagen unter Druck. Die Frage ist daher aktueller denn je: Wer ernährt die Welt von morgen? Zum Weltumwelttag am 5. Juni richtet FAIRTRADE den Blick auf die großen Zukunftsfragen der Landwirtschaft. Denn die Klimakrise, Menschenrechtsrisiken und der Generationenwechsel betreffen Millionen Bauernfamilien weltweit.

Die Klimakrise verändert die Landwirtschaft

Dürren, Starkregen und neue Pflanzenkrankheiten beeinflussen Ernten in vielen Regionen der Welt. Die Auswirkungen sind bereits heute spürbar. Besonders deutlich zeigt sich das beim Kaffee: Bis zu 50 Prozent der heutigen Kaffeeanbauflächen könnten laut Modellrechnungen bis 2050 nicht mehr nutzbar sein. Gleichzeitig könnten die weltweiten Ernteerträge der Landwirtschaft bis 2050 um zwölf Prozent sinken.

Für Bauernfamilien bedeuten das weniger Planungssicherheit. Ernteausfälle erschweren Investitionen und gefährden langfristige Einkommen. Die Anpassung an veränderte Klimabedingungen wird damit zu einer zentralen Zukunftsaufgabe.

Widerstandsfähige Landwirtschaft braucht gesunde Ökosysteme

FAIRTRADE arbeitet gemeinsam mit Bauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen daran, Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen klimatische Veränderungen zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die Böden, Wasser und Biodiversität schützen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Agroökologie. Sie verbindet landwirtschaftliches Wissen mit natürlichen Kreisläufen. Mischkulturen, Schattenbäume, gesunde Böden und ein nachhaltiger Umgang mit Wasser stärken die Widerstandsfähigkeit von Farmen gegenüber Wetterextremen. Diese Ansätze schützen die Umwelt und tragen dazu bei, die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft langfristig zu sichern.

Menschenrechte gehören zur Nachhaltigkeit

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht nicht nur gesunde Ökosysteme. Sie braucht auch starke Gemeinschaften und die Achtung der Menschenrechte. Deshalb umfassen die FAIRTRADE-Standards soziale, ökologische und ökonomische Kriterien. Sie stärken Frauenrechte, fördern Chancengleichheit und enthalten klare Vorgaben zum Schutz von Kinderrechten. Ausbeuterische Kinderarbeit ist verboten.

Die Einhaltung der FAIRTRADE-Standards wird regelmäßig von der unabhängigen Zertifizierungsstelle FLOCERT kontrolliert. Bauernfamilien und Beschäftigte gestalten die Weiterentwicklung der Standards aktiv mit. Menschen aus den Ursprungsländern verfügen über 50 Prozent der Stimmrechte im FAIRTRADE-System. Entscheidungen werden auf Augenhöhe getroffen.

Die nächste Generation mitdenken

Weltweit stellt sich die Frage, wer die Landwirtschaft von morgen gestaltet. Viele junge Menschen verlassen ländliche Regionen, weil sie dort zu wenig Zukunftsperspektiven sehen. Der Generationenwechsel zählt deshalb zu den großen Herausforderungen der kommenden Jahre. FAIRTRADE unterstützt Projekte für Bildung, Mitbestimmung und bessere Einkommen. So entstehen Perspektiven für junge Menschen und ihre Gemeinschaften. Denn eine nachhaltige Landwirtschaft braucht Wissen, Innovation und die Menschen, die bereit sind, sie weiterzuführen.

Zukunft wächst dort, wo Fairness Wurzeln schlägt

Die Herausforderungen sind groß. Gleichzeitig gibt es viele Lösungen, die bereits heute wirken. FAIRTRADE steht für bessere Preise, die FAIRTRADE-Prämie für Gemeinschaftsprojekte sowie Standards für Mensch und Umwelt. Gemeinsam mit Bauernfamilien und Beschäftigten entstehen so Strukturen, die soziale und ökologische Widerstandsfähigkeit stärken. Zum Weltumwelttag zeigt sich: Die Zukunft der Landwirtschaft entscheidet sich nicht erst morgen. Sie wächst dort, wo Menschen, Umwelt und Handel gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Mehr über Klima und Umwelt bei FAIRTRADE: https://www.fairtrade.net/at-de/was-ist-fairtrade/arbeitsschwerpunkte/klima-und-umwelt.html