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FAIRTRADE-Blumenfarmen zeigen Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten

  • 31.08.26

FAIRTRADE-Blumenfarmen in Kenia, Uganda, Äthiopien und Ecuador stehen aufgrund internationaler Krisen unter großem Druck. Dünger, Energie und vor allem Luftfracht sind massiv teurer geworden. FAIRTRADE hat Maßnahmen entwickelt, um Produzent:innen enorganisationen und Arbeiter:innen in diesern Ausnahmesituationen zu unterstützen.

Patrick Mbugua, Geschäftsführer von Wildfire Flowers im Gewächshaus mit Rosen
Patrick Mbugua, Geschäftsführer von Wildfire Flowers im Gewächshaus mit Rosen

Wer in den kommenden Wochen einen Blumenstrauß kauft, tut dies in einer Zeit, in der die Menschen, die diese Blumen anbauen, spürbare Unsicherheit erleben. Die Konflikte im Nahen Osten und rund um den Iran haben globale Lieferketten unter Druck gesetzt. Das hat auch direkte Folgen für FAIRTRADE-zertifizierte Blumenfarmen in Kenia, Uganda, Äthiopien und Ecuador. Zusammen machen sie den Großteil der weltweiten FAIRTRADE-Blumenverkäufe aus.

Blumenfarmen unter Druck: Was ist passiert?

Zwischen Februar und Juni 2026 sind die Produktions- und Exportkosten auf den Blumenfarmen in den besagten Ländern deutlich gestiegen. Bei Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Treibstoff, Verpackungsmaterial sowie Luft- und Seefracht sind Preisanstiege zwischen 17 und 90 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig führen Unterbrechungen der Handelswege zu längeren Lieferzeiten und höheren Lagerkosten.

Ursachen dafür sind unter anderem gestörte Energie- und Düngemittel-Lieferrouten, eingestellte Flugverbindungen sowie Umleitungen und Aufschläge in der Seefracht.

Besonders deutlich zeigt sich dies in Kenia: Seit dem Start des Iran-Konflikts haben Exportunternehmen schätzungsweise 4,8 Mio. US-Dollar an Mehrkosten zu verkraften. Die Luftfrachtkosten sind von rund 3,10 auf 5,00 bis 5,80 US-Dollar pro Kilogramm gestiegen. Diese höheren Kosten führen zu teilweise höheren Verkaufspreisen, was wiederum die Nachfrage senkt: Einzelne Blumenfarmen berichten von Umsatzrückgängen um bis zu 75 Prozent.

Wie FAIRTRADE in der Krise unterstützt

Fairtrade International hat ein Maßnahmenpaket angekündigt, um FAIRTRADE-Blumenfarmen und die betroffenen Arbeiter:innen gezielt zu unterstützen.

  • Intensivierung der Marktentwicklung durch die nationalen FAIRTRADE-Organisationen, um die Nachfrage und Unterstützung für FAIRTRADE-Blumen zu stärken.
  • Verstärkte Aufklärung von Handel und Konsument:innen über die Lage in den Anbauländern.
  • Prüfung zusätzlicher finanzieller Entlastungen für Blumenfarmen im Rahmen bestehender Lohn- und Preisregelungen.
  • Einführung der Ausnahmeregelung, FAIRTRADE-Prämiengelder für Arbeiter:innen gezielt für Soforthilfen, etwa Lebensmittelhilfen oder finanzielle Unterstützung, einzusetzen.
  • Anpassung des FAIRTRADE-Mindestlohns für Arbeiter:innen an die gestiegenen Lebenshaltungskosten – die erste Anpassung greift bereits seit August 2026, die zweite kommt im März 2027.

Rosen ja – aber nur fair!

Blumen und Rosen schenken Freude – den Menschen, die sie erhalten, sowie den Menschen, die sie mit viel Sorgfalt anbauen.  Wer beim Kauf auf das FAIRTRADE-Siegel achtet, unterstützt Farmen, die durch FAIRTRADE-Prämiengelder, umfangreiche -Standards  und zusätzliche Nothilfemaßnahmen eine verlässlichere Basis haben, um diese Krise erfolgreich zu meistern. Jeder Kauf von FAIRTRADE-Blumen unterstützt die Menschen vor Ort– aktuell mehr denn je!

FAIRTRADE-Blumen und -Pflanzen

Blumen sind ein beliebtes Geschenk, um sich selbst oder anderen den Tag zu verschönern. Gleichzeitig gehören Blumen zu einem großen Wirtschaftszweig, der sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat: Die Produktion wurde aus Ländern der nördlichen Hemisphäre wie den Niederlanden in Länder mit günstigeren klimatischen Bedingungen im globalen Süden wie Kenia, Ecuador und Sri Lanka verlagert. Genau hier kommt FAIRTRADE ins Spiel.

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