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Kakao braucht Schatten: Wie Bananen und Mais beim Anbau helfen

  • 23.10.26
  • Zukunft der Landwirtschaft

Bananen, Mais und andere Nutzpflanzen können Kakaobäuer:innen gleich mehrfach helfen: Sie spenden den Kakaopflanzen Schatten und bieten zusätzliche Einkommensmöglichkeiten. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt die Geschichte von Kofi Nkrumah aus Ghana, der durch das Projekt Sankofa 2.0 von Fairtrade Africa eine neue Anbaumethode kennenlernte.

Kofi Nkrumah hatte bereits sieben Jahre lang Kakao angebaut, doch seine Erträge blieben hinter seinen Erwartungen zurück. Er wusste nicht, woran das lag. Ein befreundeter Landwirt machte ihn auf „Dynamic Agroforestry“ (DAF) aufmerksam - eine Anbaumethode, bei der Kakao gemeinsam mit anderen Nutzpflanzen und Bäumen wächst. Über dieses Gespräch kam Kofi zum Projekt „Sankofa 2.0“.

Mehr als Kakao: zusätzliche Ernten und Einkommen

Dynamic Agroforestry baut auf einem Prinzip auf, das Kakaobäuer:innen seit Langem kennen: Kakaopflanzen brauchen Schatten. Traditionell pflanzen Bäuer:innen deshalb Schattenbäume neben Kakaobäumen, um sie vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.

Bei DAF werden unterschiedliche Nutzpflanzen so kombiniert, dass ein natürliches Walddach nachgebildet wird. Mais, Bananen und Maniok (bei uns auch als „Tropenkartoffel“ bekannt) spenden den Kakaopflanzen Schatten, während Hülsenfrüchte Stickstoff im Boden binden und dadurch die Bodenfruchtbarkeit verbessern. So können Bauernfamilien das ganze Jahr über Nahrungsmittel produzieren und zusätzliche Einkünfte erzielen - nicht nur während der Kakaoernte.

Brandrodungsmethoden sind zwar kostengünstiger als DAF. Allerdings ist die Überlebensrate der Kakaopflanzen bei DAF höher, wodurch weniger nachgepflanzt werden muss.

FAIRTRADE unterstützt beim Umstieg

Eine Herausforderung bei der Umstellung auf DAF sind die Anschaffungskosten. Im Rahmen des von Fairtrade Africa gemeinsam mit Partnerorganisationen umgesetzten Projekts Sankofa 2.0 erhielt Kofi kostenlose Setzlinge. Dadurch sanken seine Anschaffungskosten - eine wichtige Unterstützung, da diese Kosten viele Kakaobäuer:innen bisher von der Umstellung auf diese Anbaumethode abgehalten haben.

„DAF lohnt sich, weil ich die Schattenkulturen in regelmäßigen Abständen ernten und verkaufen kann, und dadurch kann ich besser für meine Familie mit vier Kindern sorgen“, erzählt Kofi Nkrumah.

Kakaoanbau im Klimawandel

Ghana ist der zweitgrößte Kakaoproduzent der Welt. Mehr als 800.000 Kakaobäuer:innen sind für ihren Lebensunterhalt auf den Kakaoanbau angewiesen. Extensive Kakaoanbaumethoden haben zur Entwaldung beigetragen.

Dynamic Agroforestry setzt hier an: Ziel der Anbaumethode ist es, die Bodenfeuchtigkeit und -fruchtbarkeit zu erhöhen und gleichzeitig den Bedarf an chemischen Betriebsmitteln sowie die damit verbundenen Kosten zu senken. Durch den Anbau unterschiedlicher Pflanzen entstehen zusätzliche Nahrungs- und Einkommensquellen außerhalb der Kakaoernte.

Die Verbesserung der Bodengesundheit und der Baumbedeckung soll zudem dazu beitragen, den Herausforderungen durch steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster zu begegnen.

Wie FAIRTRADE Kakaobauernfamilien in Ghana auch bei der Erneuerung ihrer Kakaofarmen unterstützt, zeigt der Beitrag „World Chocolate Day: Warum Kakao eine faire Zukunft braucht“.

Kofis Geschichte zeigt, wie der Anbau unterschiedlicher Nutzpflanzen neben Kakao zusätzliche Einkommensmöglichkeiten eröffnen und gleichzeitig zur Anpassung an klimatische Veränderungen beitragen kann.

Über das Projekt „Sankofa 2.0

Sankofa 2.0 konzentriert sich auf die Einführung und Ausweitung von Dynamic Agroforestry (DAF) und Food Agroforestry Systems (FAS) im ghanaischen Kakaosektor.

Das Projekt wird von Fairtrade Africa, der Kuapa Kokoo Cooperative Cocoa Farmers and Marketing Union Limited (KKFU), dem International Trade Centre (ITC) und der Nature and Development Foundation (NDF) umgesetzt. Technische Unterstützung leisten die Ecotop Suisse GmbH und das Cocoa Research Institute of Ghana (CRIG).

Finanziert wird das Projekt von Coop und HALBA, dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) über das Landschaftsprogramm der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao, dem finnischen Außenministerium, FAIRTRADE Finnland, FAIRTRADE Max Havelaar Schweiz sowie NTF V über das Internationale Handelszentrum (ITC).

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