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Fairtrade International stärkt Einsatz für existenzsichernde Einkommen

  • 20.02.26

Fairtrade International baut sein Engagement für existenzsichernde Einkommen weiter aus. Der dritte Fortschrittsbericht zeigt steigende Verpflichtungen und neue Umsetzungsinstrumente.

Seit Jahren beeinflussen Inflation, Konflikte und die Auswirkungen des Klimawandels die globalen Rohstoffmärkte. Zwar führten hohe Weltmarktpreise bei Kakao und Kaffee zu Entlastungen, gleichzeitig glichen jedoch rückläufige Ernten diese Effekte wieder aus. Laut Bericht konnten viele Bauernfamilien daher nicht wie erwartet von den gestiegenen Marktpreisen profitieren.

Fairtrade International verfolgt seit 2017 eine Strategie zur Förderung existenzsichernder Einkommen. Sie umfasst drei zentrale Bereiche: nachhaltige Produktion, verantwortungsvolle Beschaffung – einschließlich der Zahlung von Preisen, die ein existenzsicherndes Einkommen ermöglichen – sowie die Gestaltung eines förderlichen Umfelds. Der Ansatz basiert auf der Zusammenarbeit mit Bauernfamilien, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Konkrete Instrumente im Kakaosektor

Im Kakaosektor setzt man im Bereich der nachhaltigen Produktion Instrumente ein, die die Produktivität und Widerstandsfähigkeit stärken. Dazu zählen Maßnahmen zur Anpassung an unvorhersehbares Wetter und Pflanzenkrankheiten.

Neu ist der freiwillige „Yield Booster” im Kakaosektor. Er beträgt 245 Euro pro Tonne und ergänzt bestehende Verpflichtungen zu Living Income Reference Prices. Die Mittel finanzieren unter anderem spezialisierte Baumschnittteams, Baumschulen für Schattenbäume sowie die Erneuerung alter Kakaobäume. Das Ziel besteht darin, die Produktivitätsbenchmarks zu erreichen, die den Referenzpreisen zugrunde liegen.

Das entsprechende Programm umfasst neben den Referenzpreisen weitere Komponenten zur Steigerung der Produktivität, zur Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe und zur Förderung des Wohlergehens von Kindern. Mehrere Handelsunternehmen haben bereits im Jahr 2025 mit der Einführung begonnen, weitere werden 2026 folgen. Auch die Beschaffung zu Living Income Reference Prices nimmt zu. In der Saison 2024/2025 erhöhten Kakaounternehmen die entsprechenden Mengen um 60 Prozent auf nahezu 32.000 Tonnen. Für das laufende Jahr erwarten sie einen weiteren Anstieg um 50 Prozent. Parallel dazu läuft ein Konsultationsprozess zur Weiterentwicklung des Modells, der sich auf Kakao aus der Elfenbeinküste und Ghana konzentriert.

Seit 2024 steht Unternehmen zudem ein interaktives Online-Tool zur Verfügung, das sie bei der Berechnung der erforderlichen Preisniveaus unterstützt und Details zur Methodik bereitstellt. Ergänzend gibt es einen maßgeschneiderten Referenzpreis für spezifische Lieferketten sowie einen „Living Income Reference Price on demand” für Regionen oder Länder.

Zusammenarbeit und politische Rahmenbedingungen

Im Bereich der förderlichen Rahmenbedingungen arbeitet Fairtrade International mit dem Fair Trade Advocacy Office sowie mit politischen Entscheidungsträger:innen der Europäischen Union zusammen. Ziel ist es, politische Maßnahmen zu unterstützen, die existenzsichernde Einkommen ermöglichen. Dazu gehören auch Leitlinien zur Umsetzung unternehmerischer Sorgfaltspflichten im Bereich Nachhaltigkeit.

Der Bericht stellt zudem einige Projekte vor, die Fairtrade International gemeinsam mit kommerziellen Partnern entwickelt hat, u.a.: das „Living Income Accelerator“-Programm von Ben & Jerry’s in Madagaskar, die Verpflichtung des Schweizer Einzelhändlers Coop für mehrere Produktkategorien, oder auch Preisinitiativen von Pure Africa für Kaffee aus Ruanda, Uganda und Burundi.

Der Fortschrittsbericht zeigt, dass Fairtrade International seine Strategien und Instrumente zur Erreichung existenzsichernder Einkommen weiter ausweitet und dabei Preisverpflichtungen, programmatische Unterstützung und politische Maßnahmen berücksichtigt.

Zum vollständigen Living Income Progress Resport geht es hier.

Wie sich FAIRTRADE für menschenwürdige Einkommen einsetzt.

Weiterführende Infos zum Thema unternehmerische Sorgfaltspflicht für Menschenrechte und Umwelt.

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