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Bananenanbau: Harte Arbeit seit Generationen

  • 10.04.26
  • Interviews
  • Bananen

Am 15. April wird der World Banana Day gefeiert. Gleichzeitig ist 2026 das Internationale Jahr der Bäuerin. FAIRTRADE stellt eine junge, ambitionierte Frau im Bananenanbau vor: die 21-jährige Maria Fernanda Franco.

Maria Fernanda Franco ist Mitglied der FAIRTRADE-Kooperative BANELINO in der Dominikanischen Republik und studiert Wirtschaftspsychologie. Sie plant, das landwirtschaftliche Erbe ihrer Familie mit ihrem akademischen Wissen zu verbinden, um die Arbeit auf ihrem Betrieb zu optimieren und ihre Gemeinschaft zu unterstützen.

Wie hast du mit dem Bananenanbau begonnen?

Meine Geschichte ist tief in Generationen harter Arbeit verwurzelt. Sie begann mit meinem Großvater, mein Vater führte sie fort und schließlich wurde sie auch mein eigener Weg. Ich bin von klein auf von Bananenbäuer:innen umgeben aufgewachsen. Schon in sehr jungen Jahren war ich Teil dieser Welt. Die Bananen-Felder, die Abläufe und die Gemeinschaft waren immer Teil meines Lebens.

2026 ist das Internationale Jahr der Bäuerin. Was bedeutet es heute, eine Landwirtin zu sein?

Insbesondere im Bananenanbau ist es als Frau sehr schwierig. Es ist ein sehr anspruchsvoller Bereich, den Männer dominieren. Wenn eine Frau in dieses Arbeitsfeld eintritt, empfinden viele das als störend, und sie beurteilen uns hart. In diesen Bereich einzusteigen, erfordert Stärke und Durchhaltevermögen.

Wie gehst du vor Ort mit diesen Herausforderungen um?

Dank der Unterstützung unserer Kooperative können wir uns alle weiterentwickeln und dazulernen. Die Kooperative organisiert Sensibilisierungsmaßnahmen und Schulungen zu Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Rechte von Frauen. Das hilft dabei, alle Menschen über ihre Rechte und Pflichten in der Gesellschaft aufzuklären.

Welche sind die größten Herausforderungen im Bananenanbau?

Der Klimawandel ist eine große Herausforderung. Neue Pflanzenkrankheiten breiten sich aus anderen Regionen aus,  wir verfügen leider noch über keine wirksamen Maßnahmen, um unsere Ernten zu schützen. Gleichzeitig erschweren lange Phasen mit starken Regenfällen die Landwirtschaft zusätzlich. Diese Bedingungen beeinflussen unsere Ernten negativ, weil dadurch die Erträge sinken, und machen unsere Arbeit jeden Tag unsicherer, anspruchsvoller, und unsere Einnahmen sinken.

Was ist das Gute daran, Teil des FAIRTRADE-Systems zu sein?

Die starke Unterstützung durch das FAIRTRADE-Produzentennetzwerk, das Lateinamerikanische und Karibische Netzwerk der FAIRTRADE-Bäuer:innen und -Beschäftigten (CLAC), ist äußerst hilfreich.

Seine Mitglieder stehen regelmäßig mit uns in Kontakt und ermutigen uns, uns einzubringen und aktiv mitzuwirken. Sie bieten Schulungen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Praktiken an, die langfristig unsere Ernteerträge erhöhen. Außerdem unterstützt die FAIRTRADE-Prämie Gemeinschafts-Projekte für alle Mitglieder der Kooperative  und ihre Familien in den Heimatgemeinden.

Warum sind Bäuerinnen wichtig? Was bringen sie ein?

Bäuerinnen sind unglaublich wichtig, denn sie verfügen über besondere Fähigkeiten. Wir sind engagiert, kompetent und fleißig. Wir bringen Fachwissen und innovative Ideen ein, um unser Geschäft und unsere Arbeitsweise zu verbessern. Außerdem bieten wir eine neue Perspektive, die positive Veränderungen vorantreiben kann.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

In zehn Jahren sehe ich mich weiterhin im Familienbetrieb, dann allerdings in einer führenden Rolle. Ich werde mehr Wissen und Erfahrung haben, was mir helfen wird, bessere Entscheidungen zu treffen. Ich hoffe, zum Wachstum des Betriebs beizutragen und gleichzeitig meine Gemeinschaft zu unterstützen.