Über 200 Millionen Euro Fairtrade-Prämien für Bäuer:innen und Arbeiter:innen im Jahr 2024
Neue Daten zeigen, wie Bäuer:innen und Arbeiter:innen weltweit gezielt in Einkommen, Umwelt und Zukunft investieren
Der neue, jährliche Monitoringbericht von Fairtrade macht sichtbar, welche Prioritäten Bäuer:innen und Arbeiter:innen setzen. 2024 erwirtschafteten sie 201,6 Millionen Euro aus der Fairtrade-Prämie. Diese zusätzliche Zahlung zum Verkaufspreis steht ihnen zur freien, demokratischen Verwendung zur Verfügung. Über die letzten fünf Jahre summiert sich die Prämie auf mehr als 1 Milliarde Euro – ein bedeutender Spielraum für Investitionen in Betriebe und Gemeinschaften.
Die aktualisierte Auswertung zeigt, wohin diese Mittel fliessen. Ein klarer Schwerpunkt liegt auf wirtschaftlicher Stabilität: 76% der Prämienmittel von Kooperativen und 80% bei Plantagenarbeiter:innen fliessen in wirtschaftliche Bereiche – direkt, etwa durch Auszahlungen, oder indirekt durch Investitionen in Produktivität und Qualität. Das unterstreicht, wie zentral verlässliche Einkommen für nachhaltige Lebensgrundlagen sind.
Gleichzeitig investieren Kooperativen rund 24% in Umwelt- und Klimathemen. Bei Plantagenarbeiter:innen liegt dieser Anteil bei 2%, was die unterschiedliche Rollenverteilung widerspiegelt: Umweltinvestitionen liegen dort häufig bei den Unternehmen.
Die Zufriedenheit mit Fairtrade liegt stabil bei rund 90% und steigt weiter. Als grösste Herausforderungen werden eingeschränkter Marktzugang und die Folgen des Klimawandels genannt. Gleichzeitig zeigen die Daten, wo Fairtrade konkret ansetzt – bei besseren Preisen, zusätzlichem finanziellen Spielraum durch die Prämie sowie bei der Weiterentwicklung nachhaltiger Anbaumethoden und Arbeitsbedingungen.
Weitere zentrale Fakten:
- 1,87 Millionen Bäuer:innen und Arbeiter:innen waren 2024 Teil von Fairtrade, rund 90% davon Bäuer:innen
- 23% der Bäuer:innen und 40% der Arbeiter:innen sind Frauen
- 1,5 Millionen Tonnen Fairtrade-Produkte wurden verkauft, ergänzt durch grosse Mengen nicht gewichtsbasierten Produkte wie Blumen, Fussbälle oder Wein
- Rund ein Viertel der zertifizierten Anbauflächen wird biologisch bewirtschaftet
Vollständiger Report (EN)
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