Zehn Jahre FAIRTRADE-Gold in Österreich
Faire Standards für einen verantwortungsvollen Goldabbau
Seit zehn Jahren setzt FAIRTRADE neue Impulse im Goldabbau – und zeigt, dass fairer Handel auch dort möglich ist, wo er lange als kaum umsetzbar galt. FAIRTRADE-Gold steht für sichere Arbeitsbedingungen, gerechtere Einkommen und zusätzliche Sozialprämien für handwerkliche und kleingewerbliche Goldschürfer:innen im Bergbau. Damit schafft FAIRTRADE konkrete Verbesserungen für Menschen, die vom Goldabbau leben – und übernimmt Verantwortung in einer besonders sensiblen Branche.
Faire Standards, die Leben verändern
FAIRTRADE-Gold richtet sich gezielt an handwerkliche und kleingewerbliche Goldschürfer:innen, die bislang kaum vom hohen Wert des Goldes profitieren. Durch verbindliche Sozial- und Umweltstandards erhalten Minenarbeiter:innen besseren Schutz, stabilere Einkommen und mehr Mitbestimmung.
Aktuell umfasst FAIRTRADE-Gold eine Jahreskapazität von über 2.000 Kilogramm von 15 zertifizierte Produzentenorganisationen (alle in Peru) und mehr als 3.500 Minenarbeiter:innen, die direkt von FAIRTRADE-Gold profitieren.
Ein zentrales Instrument ist die verpflichtende FAIRTRADE-Gold-Prämie. Sie wird von den Goldminen selbst verwaltet und gezielt eingesetzt, etwa für:
- die Verbesserung von Produktionsprozessen und Exportstrukturen
- sichere und gesundheitsverträglichere Arbeitsbedingungen
- Umweltschutzmaßnahmen
- soziale Projekte für die lokale Gemeinschaft
Seit der Einführung von FAIRTRADE-Gold im Jahr 2014 wurden weltweit mehr als 6.000 Kilogramm exportiert und damit über 12 Millionen US-Dollar an FAIRTRADE-Prämien für zertifizierte Goldminen generiert. So wird FAIRTRADE-Gold zu einem Hebel für nachhaltige Entwicklung – weit über den einzelnen Verkauf hinaus.
Warum FAIRTRADE-Gold so wichtig ist
Der konventionelle Goldabbau ist vielerorts mit gravierenden Problemen verbunden. Rund 100 Millionen Menschen weltweit sind auf den kleingewerblichen Bergbau angewiesen, doch die Rahmenbedingungen sind oft prekär:
- Gesundheitsgefahren: In vielen Minen wird weiterhin Quecksilber eingesetzt, um Gold aus dem Gestein zu lösen. Allein im Amazonasgebiet gelangen jedes Jahr rund 100 Tonnen dieses hochgiftigen Metalls in die Umwelt, mit dramatischen Folgen für Mensch und Natur.
- Unsichere Arbeitsbedingungen: Schutzkleidung, Sicherheitsstandards oder medizinische Versorgung fehlen häufig – Arbeitsunfälle und langfristige Gesundheitsschäden sind an der Tagesordnung.
- Unfaire Einkommen: Trotz aktuell sehr hoher Goldpreise leben viele Goldschürfer:innen weiterhin am Existenzminimum und haben kaum Planungssicherheit.
FAIRTRADE-Gold setzt diesen Missständen klare Regeln entgegen und stärkt die Position der kleingewerblichen Goldschürfer:innen nachhaltig.
Markt & Konsum: wachsende Nachfrage nach fairem Gold
Dass FAIRTRADE-Gold wirkt, zeigt sich auch am Markt. Seit zehn Jahren wird FAIRTRADE-Gold in Österreich verarbeitet, aktuell von den Partnerunternehmen Dorotheum und Ruesch. Das Angebot wird gut angenommen und die Nachfrage steigt – ein wichtiges Signal für verantwortungsbewussten Konsum.
Auch über Österreich hinaus wächst das Interesse kontinuierlich. Besonders deutlich zeigt sich das im Finanzsektor: Der BKB Fairtrade Gold Fund aus der Schweiz hat sich 2025 sehr positiv entwickelt und ist inzwischen das wichtigste FAIRTRADE-Goldprodukt weltweit, gemessen an Volumenabsorption und Lizenzgebühren. Er beweist, dass ethische Standards und wirtschaftlicher Erfolg vereinbar sind.
Mehr als ein Jubiläum
Zehn Jahre FAIRTRADE-Gold in Österreich zeigt Alternativen im Goldabbau auf – hin zu mehr Transparenz, Gerechtigkeit und Verantwortung. Bewusste Entscheidungen entlang der Lieferkette können reale Veränderungen bewirken– für handwerkliche und kleingewerbliche Goldschürfer:innen, ihre Familien und ihre Umwelt.
FAIRTRADE-Gold macht sichtbar: Echter Wert entsteht dort, wo Menschen fair behandelt werden.
FAIRTRADE-Gold-Partnerunternehmen in Österreich findet ihr in unserem FAIRTRADE-Produktfinder.