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Studie belegt Vorteile von Fairtrade-Bio-Baumwolle in Indien

Eine neue Studie belegt, dass Fairtrade-Bio-zertifizierter Baumwollanbau in Indien mit deutlich geringeren Treibhausgasemissionen und besseren wirtschaftlichen Ergebnissen für Bäuer:innen verbunden ist.

Zwei Baumwollfarmer*innen pflücken Baumwolle auf einem Feld in Indien.
Zwei Baumwollfarmer*innen pflücken Baumwolle auf einem Feld in Indien.

Baumwollbetriebe mit Fairtrade- und Bio-Zertifizierung verursachen 21% weniger Treibhausgasemissionen als nicht zertifizierte und 30% weniger als konventionelle Farmen. Besonders deutlich fällt der Unterschied bei Betrieben in der Bio-Umstellung aus: Hier verursachen Fairtrade-Betriebe rund 48% weniger Emissionen als vergleichbare Betriebe ohne Fairtrade-Zertifizierung. Dies sind die Ergebnisse einer neuen Studie. 

Auch wirtschaftlich zeigen sich relevante Unterschiede. Fairtrade-Bio-Betriebe erzielen laut Untersuchung rund 10% mehr Gewinn pro Hektar als konventionelle Betriebe, bei vergleichbaren Erträgen. Gleichzeitig erhielten 72% der Fairtrade-Bio-Bäuer:innen Schulungen zu ökologischem Anbau. In der Untersuchung der insgesamt 516 Farmen wurde zwischen 2001 und 2023 zudem kein Waldverlust festgestellt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bio-Anbau ein wichtiger Hebel für tiefere Emissionen ist. Gleichzeitig zeigt die Studie messbare Unterschiede bei Betrieben, die zusätzlich nach Fairtrade-Standards arbeiten. Ein möglicher Grund dafür sind gezielte Schulungen, etwa zu Bodengesundheit, ökologischem Anbau und besserem Düngemittelmanagement. Auch Recyclingpraktiken mit organischem Material spielen eine Rolle. Fairtrade Max Havelaar sieht darin ein Beispiel dafür, wie faire Handelsbeziehungen und klare Standards Verbesserungen in der Lieferkette unterstützen können.

Über die Studie

Die Studie ist der zweite Teil einer Forschungsreihe – die erste erschien im Oktober 2024. Sie wurde von Fairtrade India in Auftrag gegeben, vom Beratungsunternehmen Global AgriSystem durchgeführt und von der Europäischen Kommission im Rahmen des EU-SWITCH-Asia-Projekts «Switching to Green and Fair Fashion» finanziert.

 

Untersucht wurden fünf Gruppen von Betrieben in den indischen Bundesstaaten Madhya Pradesh, Odisha, Gujarat und Tamil Nadu: Fairtrade-Bio-zertifiziert, Nicht-Fairtrade-Bio-zertifiziert, Nicht-Fairtrade-konventionell sowie Fairtrade- und Nicht-Fairtrade-Betriebe in Bio-Umstellung. Die Methoden umfassten Felderhebungen, computergestützte persönliche Interviews (CAPI), Geoanalysen sowie das international anerkannte Cool Farm Tool für Treibhausgas- und Wasserfußabdruck-berechnungen.

EU-SWITCH-Asia-Projekt „Switching to Green and Fair Fashion"

Das Forschungsvorhaben ist Teil des EU-SWITCH-Asia-Projekts, das die Verbreitung nachhaltiger Produktionssysteme im indischen Baumwoll- und Textilsektor fördert, und Maßnahmen zur Dekarbonisierung vorantreibt. Das Projekt wird von Fairtrade International geleitet und gemeinsam mit Fairtrade Deutschland, Max Havelaar France, dem Centre for Social Markets (Indien) und Partners in Change (Indien) umgesetzt. Es wird von der Europäischen Union finanziert und läuft vorerst bis zum 30. April 2026.