Neue Mindestpreise für Fairtrade-Kaffee
Ab dem 1. Dezember 2026 erhöht Fairtrade die Mindestpreise für Fairtrade-zertifizierten Arabica- und Robusta-Kaffee. Damit wird das Sicherheitsnetz für Fairtrade-zertifizierte Kaffeekooperativen bei fallenden Weltmarktpreisen gestärkt.
Für gewaschenen Arabica steigt der Fairtrade-Mindestpreis von USD 1.80 auf USD 2.00 pro Pfund. Das entspricht einer Erhöhung um 11%. Mehr als 80% des über Fairtrade verkauften Kaffees entfällt in diese Kategorie. Bei natürlich aufbereitetem Robusta steigt der Mindestpreis von USD 1.20 auf USD 1.30 pro Pfund – in diese Kategorie fallen etwa 10% der Fairtrade-Kaffee-Verkäufe. Auch die Mindestpreise für natürlich aufbereiteten Arabica und gewaschenen Robusta werden angehoben.
Sicherheitsnetz bei sinkenden Marktpreisen
Der Fairtrade-Mindestpreis kommt zum Tragen, wenn der Marktpreis unter diesen Wert fällt. Liegt der Marktpreis darüber, gilt der höhere Marktpreis und die Kooperativen können darüber hinaus höhere Preise aushandeln.
Damit bietet der Mechanismus insbesondere in Zeiten stark sinkender oder schwankender Kaffeepreise zusätzliche Absicherung. Aktuell liegen die Marktpreise auf einem vergleichsweise hohen Niveau: Seit März 2024 ist der Kaffeepreis gemäss Fairtrade International nicht unter USD 2.00 pro Pfund gefallen.
Fairtrade-Prämie und Bio-Aufschlag bleiben unverändert
Die Fairtrade-Prämie bleibt bei USD 0.20 pro Pfund. Auch der zusätzliche Bio-Aufschlag für biologisch angebauten Fairtrade-Kaffee bleibt mit USD 0.40 pro Pfund unverändert. Damit berücksichtigt Fairtrade International neben den gestiegenen Produktionskosten auch die derzeitige Marktsituation und die Planbarkeit für Kooperativen und Unternehmen.
Die Fairtrade-Prämie erhalten Kooperativen beim Verkauf von Fairtrade-Kaffee zusätzlich zum Verkaufspreis. Sie entscheiden selbst, wie sie diese Mittel für ihre Organisation, ihre Mitglieder oder gemeinschaftliche Projekte einsetzen. Im Jahr 2024 erhielten Fairtrade-Kaffeekooperativen weltweit mehr als 57 Millionen Euro an Fairtrade-Prämien.
Breit abgestützte Kaffeepreis-Konsultation
Die neuen Fairtrade-Kaffeepreise sind das Ergebnis eines rund einjährigen Überprüfungs- und Konsultationsprozesses. Dafür wurden unter anderem Produktionskostendaten von 57 Kooperativen aus 13 Ländern ausgewertet. Zudem flossen Rückmeldungen von mehr als 600 Teilnehmenden aus dem Fairtrade-System und der Kaffeebranche ein. Über die neuen Preise entschied das Fairtrade Standards Committee, in dem unter anderem Vertretungen von Bauernorganisationen und Handelspartnern mitwirken. Fairtrade überprüft die Mindestpreise für Kaffee regelmässig. Eine umfassende Preisüberprüfung ist alle vier Jahre vorgesehen.
Neue Fairtrade-Mindestpreise für Kaffee ab 1. Dezember 2026