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Von Mut zu Wirkung: Frauen gestalten Landwirtschaft

  • 08.03.26
  • Geschlechtergerechtigkeit

Die Fairtrade Women’s School of Leadership stärkt Frauen in der Landwirtschaft darin, ihre Stimme zu erheben, Verantwortung zu übernehmen und neue Chancen für sich und ihre Gemeinschaften zu schaffen.

Warum stehen Frauen in der Landwirtschaft im Fokus?

Frauen spielen eine zentrale Rolle in landwirtschaftlichen Lieferketten. Das ist einer der Gründe, weshalb die UNO das Jahr 2026 zum Jahr der Bäuerin erklärt hat.
Ob beim Pflanzen und Ernten, beim Sortieren und Verarbeiten oder im Handel: Ihre Arbeit sichert den Lebensunterhalt von Haushalten und Kooperativen.

Was denkst du -wie viele selbstständige Fairtrade-Bäuerinnen gibt es weltweit?

  • Fast die Hälfte

  • Rund ein Drittel

  • Nur jede Vierte

  • Weniger als 5 %

Mit welchen Herausforderungen sind Frauen konfrontiert?

Trotz ihrer wichtigen Rolle arbeiten Frauen in der Landwirtschaft unter schwierigen Bedingungen.

Sie sind mit tief verwurzelten kulturellen Normen konfrontiert, die ihre Autorität untergraben, ihnen nur begrenzten Zugang zu Ressourcen geben und von ihnen verlangen, die sogenannte «Dreifachrolle» zu tragen. Diese umfasst:

  1. Produktive Arbeit (Einkommensschaffende Tätigkeiten in Landwirtschaft und Betrieb)
  2. Reproduktive Aufgaben (Unbezahlte Sorge- und Haushaltsarbeit)
  3. Verpflichtungen in der Gemeinschaft (Soziale und gemeinschaftliche Verantwortung)

Diese sich überlagernden Anforderungen führen dazu, dass viele Frauen benachteiligt sind.

Wie reagiert Fairtrade darauf?

Um diese Herausforderungen anzugehen, gründete Fairtrade 2017 die Women’s School of Leadership.
Das Programm wird vom Produzent:innennetzwerk Fairtrade Africa geleitet.
Es setzt auf drei miteinander verbundene Ebenen:

  • die individuelle Ebene
  • den Arbeitsplatz (Produzentenorganisation)
  • die weitere Gemeinschaft

Die Women’s School of Leadership bietet Schulungen und Mentoring zu folgenden Themen an:

  • Menschenrechte
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Selbstvertrauen
  • Finanzmanagement
  • Zusammenarbeit
  • Verhandlungskompetenzen

Welche Wirkung hat das Programm?

Heute, am Internationalen Frauentag, ist die wachsende Wirkung klar sichtbar.
Das Programm startete mit 22 Teilnehmenden im Kakaoanbau in Côte d’Ivoire.
Inzwischen wurde es auf die Tee-, Zucker- und Blumenbranche in Äthiopien, Ghana, Kenia und Malawi ausgeweitet.

In neun Jahren hat die WSOL über 34’000 Menschen direkt und indirekt erreicht.

Ein konkretes Beispiel: Sharon Achieng’

Ein Beispiel für diese Wirkung ist die 31-jährige Blumenfarmarbeiterin Sharon Achieng’. Bevor sie an der Women’s School of Leadership teilnahm, sah sie sich nicht als Führungspersönlichkeit. Sie zweifelte oft an ihren Fähigkeiten und vermied neue Chancen an ihrem Arbeitsplatz bei Hanna Roses in Kenia. Nach der Teilnahme am Programm begann sie, an sich selbst zu glauben. Als bei Hanna Roses eine Stelle als Qualitätskontrolleurin frei wurde, bewarb sie sich. Beim ersten Versuch war sie nicht erfolgreich. Doch sie gab nicht auf. Sie bewarb sich erneut – und wurde später befördert. Sie sagt: «Die Women’s School of Leadership hat mir geholfen zu glauben, dass ich führen und alles erreichen kann, was ich mir vornehme.»

Was verändert sich dadurch?

Sharons Weg steht sinnbildlich für die transformative Kraft der Women’s School of Leadership.
Das Programm unterstützt viele Frauen dabei,

  • ihre Stimme in politischen Diskussionen innerhalb ihrer Produzentenorganisationen zu erheben,
  • Funktionen in Ausschüssen und Führungspositionen zu übernehmen und
  • Initiativen zur Einkommensdiversifizierung zu leiten.

Auch wenn diese Veränderungen schrittweise erscheinen, zeigen sie eine tiefgreifende Entwicklung: Frauen verändern die Sicht auf sich selbst – und auch die Art, wie andere sie wahrnehmen.

Was bedeutet echter Fortschritt für Fairtrade?

Für Fairtrade bedeutet echter Fortschritt für Frauen:

  • Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen weibliche Führung normal ist,
  • Beiträge von Frauen selbstverständlich anerkannt werden und
  • Gleichstellung nicht nur in Worten, sondern auch in der Praxis gelebt wird.