Fairtrade lanciert neues globales Programm für zusätzliches Engagement
Fairtrade lanciert mit «Fairer Futures» ein neues globales Programm, das über die bestehende Zertifizierung hinausgeht. Zusätzliche Investitionen sollen die Lebensbedingungen von Kleinbäuer:innen verbessern und Herausforderungen wie Armut, Kinderarbeit und Klimawandel noch gezielter angehen. Das Engagement der Unternehmen soll künftig auch auf Produktverpackungen sichtbar werden.
Fairtrade hat in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht und den fairen Handel von der Nische in den Massenmarkt gebracht. Verbindliche soziale und ökologische Standards, der Fairtrade-Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie schaffen bessere Handelsbedingungen und stärken die Position von Kleinbauernkooperativen. Gleichzeitig fördert Fairtrade nachhaltigere Anbaumethoden und die Mitbestimmung der Produzent:innen. Doch Herausforderungen wie Armut, Kinderarbeit und Klimawandel lassen sich durch eine Zertifizierung allein oft nicht lösen.
Neuer globaler Rahmen für zusätzliches Engagement
Wie wichtig zusätzliche Massnahmen sind, zeigt sich beim Kakaoanbau in Westafrika. Viele Kleinbäuer:innen bewirtschaften kleine Flächen und erzielen Einkommen, die für ein angemessenes Leben nicht ausreichen. Alte Kakaobäume, Krankheiten, Ernteausfälle und die Folgen des Klimawandels erschweren ihre Situation zusätzlich. Auch Kinderarbeit und Entwaldung bleiben grosse Herausforderungen.
Viele Fairtrade-Partner engagieren sich deshalb bereits heute über die Zertifizierung hinaus. Sie investieren beispielsweise in höhere Einkommen, die Stärkung von Kooperativen oder Massnahmen zum Schutz von Kindern und Umwelt. «Fairer Futures» baut auf diesen Erfahrungen auf und schafft einen gemeinsamen globalen Rahmen für solches Engagement.
Es ergänzt die bestehende Fairtrade-Zertifizierung und umfasst vier Handlungsfelder:
- Existenzsichernde Einkommen
Massnahmen zur Förderung der Produktivität und zusätzliche Zahlungen auf Basis eines Referenzpreises für existenzsichernde Einkommen. - Starke Kooperativen
Die wirtschaftliche Stabilität und die Organisationsstrukturen von Kooperativen stärken. - Klimaresilienz
Kleinbäuer:innen dabei unterstützen, sich an den Klimawandel anzupassen und ihre Anbaumethoden weiterzuentwickeln. - Kindeswohl
Risiken für Kinder, insbesondere im Zusammenhang mit Kinderarbeit, erkennen und angehen.
Die Zahlungen des Referenzpreises für existenzsichernde Einkommen sind verpflichtend, darüber hinaus können Unternehmen gezielt in weitere Handlungsfelder investieren.
Zusätzliches Engagement sichtbar machen
Unternehmen können ihre Teilnahme am «Fairer Futures» Programm mit einer ergänzenden Kennzeichnung auf Produktverpackungen sichtbar machen. Ein ergänzender Fairtrade-Standard legt dafür verbindliche Anforderungen fest und sieht unabhängige Überprüfungen vor.
Das Programm startet mit Kakao aus Ghana und Côte d’Ivoire und wird 2027 offiziell lanciert. Weitere Anbauregionen sowie Kaffee und Bananen sollen folgen.
Fairer Futures ersetzt die bestehende Fairtrade-Zertifizierung nicht, sondern baut auf ihr auf. Das Ziel: zusätzliches Engagement gezielt fördern und damit zu besseren Lebensbedingungen für Kleinbauernfamilien beitragen.