Fairtrade-Kakaoversorgung: Transparenz für Konsument:innen
Transparenz für Konsument:innen ist seit jeher ein zentrales Anliegen von Fairtrade. Wer Fairtrade-Produkte kauft, soll sich auf klare und verlässliche Informationen verlassen können, um bewusste Entscheidungen zu treffen.
Im Oktober 2025 hat das Ausnahmekomitee von Fairtrade International eine vorübergehende Ausnahme beschlossen. Grund dafür waren Schwierigkeiten bei der Umsetzung der neuen EU-Bio-Verordnung (EUOR).
Die neue Bio-Verordnung bringt strengere Regeln für Betriebsmittel und Dokumentation mit sich. Ziel ist es, die ökologische Produktion besser zu schützen. In der Praxis führte dies jedoch zu zusätzlichen Kontrollen, Verzögerungen bei Zertifizierungen und teilweise zu vorübergehenden Aussetzungen des Bio-Status von Betrieben.
Dadurch war weniger physisch rückverfolgbarer Fairtrade-Bio-Kakao verfügbar.
Um diese vorübergehenden Lieferengpässe abzufedern, wurde erlaubt, Fairtrade-Kakao mit Mengenausgleich zu verwenden, wenn physisch rückverfolgbarer Bio-Kakao nicht verfügbar war. Bereits produzierte Verpackungen mussten in dieser Zeit nicht angepasst werden, auch wenn sie auf physische Rückverfolgbarkeit verwiesen.
Nach einer erneuten Prüfung hat Fairtrade International entschieden, diese Ausnahme per 14. Januar 2026 wieder aufzuheben.
Der Grund: Es war schwierig, die Transparenz gegenüber Konsument:innen konsequent sicherzustellen. Für Fairtrade stehen Vertrauen und klare Informationen an oberster Stelle. Deshalb wurde die Ausnahme beendet.
Was bedeutet das für Fairtrade-Partner?
Verpackungen mit der Angabe «physisch rückverfolgbar» dürfen nur noch verwendet werden, wenn diese Rückverfolgbarkeit tatsächlich gewährleistet ist. Unternehmen, die die Ausnahme vor ihrer Aufhebung in gutem Glauben angewendet haben, werden gebeten, den Übergang zu konformen Verpackungen zu beschleunigen. Sie sollen nur die bereits laufenden Prozesse oder Lieferantenverträge beibehalten.
Die Schweizer Fairtrade-Partner wurden informiert, dass sie ab sofort wieder vollständig die regulären Standardanforderungen einhalten müssen.
Fairtrade weiss, dass diese Entscheidung für Unternehmen Herausforderungen mit sich bringt. Dennoch ist das Vertrauen der Konsument:innen entscheidend für die langfristige Stärke und Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Systems.
Haltung zur EU-Bio-Verordnung
Fairtrade unterstützt grundsätzlich das Ziel der EU-Bio-Verordnung: weltweit einheitliche Regeln und mehr Integrität in der Bio-Produktion. Gleichzeitig verursacht die Umsetzung zusätzliche Kosten für Produzent:innen. Für viele Bäuer:innen, die ohnehin kaum ein existenzsicherndes Einkommen erzielen, sind diese Mehrkosten eine grosse Belastung.
Das Fairtrade-Label steht für Glaubwürdigkeit und Transparenz. Diese werden durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem sichergestellt.
Fairtrade setzt sich weiterhin dafür ein, dass Konsument:innen gut informiert entscheiden können und den Angaben zu Fairtrade-Produkten vertrauen dürfen.